Futterkosten steigen durch EU-Entwaldungsverordnung deutlich,auch bei uns in Österreich?

Die ab 2025 gültige EU-Entwaldungsverordnung ärgert die Futtermittelbranche. Der DVT befürchtet steigende Futterkosten und sogar den Kollaps der Lieferketten.

Der Deutsche Verband Tiernahrung e.V. (DVT) hat auf seiner 24. Jahrestagung in Berlin die Herausforderungen der Eu-Entwaldungsverordnung (EUDR) diskutiert und gleichzeitig die Bedeutung der Futtermittelwirtschaft für eine nachhaltige Landwirtschaft hervorgehoben.

DVT-Präsident Cord Schiplage äußerte deutliche Kritik an der geplanten EUDR, die am 30. Dezember 2024 in Kraft treten soll:

  • Unzureichende Vorbereitung: Mangelnde Organisation der Rückverfolgbarkeit und fehlende technische Voraussetzungen drohen zu einem „bürokratischen Exzess“ zu führen. „Es droht jetzt der Kollaps für die einzelnen betroffenen Sektoren,“ warnt Schiplage.
  • Zeitliche Herausforderungen: Die Branche benötigt Vorlaufzeit für Rohstoffkontrakte, was mit den aktuellen Planungen nicht vereinbar ist.
  • Massive Kostensteigerungen: Schätzungen zufolge könnten die Mehrkosten für Eiweißprodukte EU-weit im Jahr 2025 über 2 Mrd. € betragen.

chiplage betonte die wichtige Rolle der Futtermittelwirtschaft in der Kreislaufwirtschaft. So verwerte die Branche rund 10 Mio. t an Co-Produkten als Futtermittel, was etwa ein Drittel des Gesamtmarktes ausmache. „Die Futtermittelwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag in der Klimapolitik und schließt den Kreislauf durch die Verwertung von Co-Produkten in der tierischen Produktion,“ so Schiplage.

Der DVT-Präsident fordert eine differenzierte Betrachtung des Fleischkonsums in der Welt. Zwei Drittel der globalen Nutzflächen bestehen aus Grasflächen und Steppe, die nur über Tierhaltung zur Nahrungsproduktion beitragen können. Zudem seine laut FAO etwa 86 % der Futtertrockenmasse nicht für den Menschen verwertbar. Schiplage sieht „große Chancen“ in einer klimaangepassten Tierhaltung und Tierernährung.

Der DVT fordert eine praxisnahe Überarbeitung der EUDR, um drastische Marktverwerfungen zu vermeiden. Gleichzeitig unterstreicht der Verband die Bedeutung der Futtermittelwirtschaft für eine nachhaltige und klimafreundliche Landwirtschaft.

Trotz leicht rückläufiger Produktionszahlen (Rückgang um 0,3% auf 21,7 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2023/24) sieht die Branche Potenzial für eine zukunftsfähige Entwicklung, die Nachhaltigkeit und Ernährungssicherheit in Einklang bringt. von Andreas Beckhove