Autor: Hannes Kulterer

Düngemittelindustrie warnt vor Gefahr für europäische Lebensmittelversorgung

Aus Russland kommen massenhaft billige Düngemittel nach Europa. Heimische Hersteller sehen ihre Produktion in Gefahr und warnen, die EU-Landwirtschaft könnte abhängig von Moskau werden.

Als sich nach Beginn des Ukrainekriegs die Energiepreise vervielfachten, standen auch Düngemittelhersteller und Landwirte vor einem Problem: Erdgas dient als Ausgangsmaterial für Düngemittel. Weil die Produktionskosten mit dem hohen Gaspreis ungebremst stiegen, wurde die Dünger-Erzeugung in Europa auf dem Höhepunkt der Energiekrise gedrosselt.

China und Rusland hatten ihre Düngemittelexporte drastisch eingeschränkt. Die Verknappung machte sich durch exorbitant teure Düngemittel und auch steigende Lebensmittelpreise bemerkbar.

Inzwischen kommen Landwirte wieder günstiger an die wichtigen Nährstoffprodukte für Pflanzen – und zwar durch eine Flut billiger Düngemittelimporte aus Russland.

Das ruft Hersteller aus Europa auf den Plan: Sie warnen, dass die russischen Dumpingpreise die hiesige Produktion zerstören und die EU-Landwirtschaft dauerhaft von Düngemitteln aus Russland abhängig machen könnte. Damit wäre die langfristige Ernährungssicherheit für Europa gefährdet, warnt die Industrie.

»Wir werden derzeit von Düngemitteln aus Russland überschwemmt, die deutlich billiger sind als unsere Düngemittel«, sagte Petr Cingr, Geschäftsführer der SKW Stickstoffwerke Piesteritz, der Grund sei, dass russische Hersteller im Vergleich zu europäischen Produzenten »Peanuts für Erdgas zahlen«. Wenn die Politik nicht handle, werde die europäische Produktionskapazität verschwinden.

Nahe Lutherstadt Wittenberg hat SKW Piesteritz den bedeutendsten Produktionsort von Stickstoffdüngemittel in Deutschland aufgebaut. Angaben aus der Branche zufolge entfallen 70 bis 80 Prozent der Betriebskosten eines Düngemittelunternehmens auf Erdgas.

Eurostat-Daten zufolge stammt etwa ein Drittel der Harnstoffeinfuhren der Europäischen Union aus Russland. Im vergangenen Jahr erreichten die Mengen fast einen Rekord. Der günstige Nachschub aus Russland untergräbt die Bemühungen, die Kapazitäten in der EU wieder in Betrieb zu nehmen.

Der Chemiekonzern BASF hat sein Düngemittelgeschäft in Europa reduziert und stattdessen in den USA und China investiert, wo die Kosten niedriger sind. »Früher oder später werden alle, höchstwahrscheinlich auch wir, nachziehen«, sagte Cingr von SKW der »FT«. Sein Unternehmen verhandle über eine Option zur Installation einer Ammoniakanlage in den USA, wo »wir mit viel billigerem Erdgas und Strom versorgt werden können und über den Inflation Reduction Act subventioniert werden können«, sagte er.

Als weltgrößter Düngerexporteur hat Russland extrem von den Preissprüngen durch den Ukrainekrieg und die damit verbundenen Energiekrise profitiert.

Den Export von Düngemittel aus Russland hat die EU nicht sanktioniert – auch aus Sorge um die Ernährungssicherheit.

Es sei unwahrscheinlich, dass Brüssel Sanktionen gegen russische Pflanzennährstoffe verhängen werde, sagte Chris Lawson, Leiter des Bereichs Düngemittel bei der Beratungsfirma CRU der »FT«. »Die Erinnerung an die hohen Düngemittelpreise im Jahr 2022 und die Bedrohung der Ernährungssicherheit sind den politischen Entscheidungsträgern noch gut im Gedächtnis.«

Die europäische Düngemittellobby warnt, Russland nutze diesen Industriezweig, um seine Kriegskasse zu füllen. Tim Benton, Experte für Lebensmittelsicherheit bei der Denkfabrik Chatham House, sagte der »FT«, der Schwerpunkt Europas müsse sich angesichts der zunehmenden Konflikte in der Welt von der Markteffizienz auf die Versorgungssicherheit verlagern. Dabei gehe es auch um die Frage, ob Großbritannien und die EU die lokale Industrie finanziell ermutigen solle, Zeiten zu überstehen, in denen sie auf dem Weltmarkt nicht wettbewerbsfähig sei.

In Deutschland geht es rund: Änderung des Düngegesetzes ist gescheitert

In der letzten Sitzung vor der parlamentarischen Sommerpause am heutigen Freitag, 05.07.2024, befasst sich der Bundesrat mit einigen Themen, die für Schweinehalter von besonderer Bedeutung sind. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die zweite Änderung des Düngegesetzes und der Entwurf der Bundesregierung zur Änderung des Tierschutzgesetzes. Die Änderung des Düngegesetzes ist im Bundesrat bereits gescheitert und wurde abgelehnt.

Der Bundesrat hat in seiner heutigen Plenarsitzung am 5. Juli 2024 dem zweiten Gesetz zur Änderung des Düngegesetzes die Zustimmung verweigert.

Grundlage für Rechtsverordnungen

Das Gesetz sollte unter anderem die Grundlagen für die Nährstoffbilanzverordnung und die Monitoringverordnung bilden. Ziel des Gesetzes war es auch, die Nitratbelastung deutscher Gewässer zu senken, wie von der EU-Kommission und dem Europäischen Gerichtshof wiederholt gefordert. Zudem sollte durch Umsetzung der EU-Düngeprodukteverordnung gewährleistet werden, dass nur sichere und wirksame Dünger aus der EU auf den europäischen Markt gelangen.

Länder kritisieren bürokratischen Mehraufwand

Bei den Landwirten und den verschiedenen Organisationen war die Gesetzesänderung aufgrund zahlreicher neuer Auflagen und Beschränkungen auf heftige Kritik gestoßen. Der Agrarausschuss des Bundesrates hatte schon im Vorfeld empfohlen, die Änderung des Düngegesetzes abzulehnen. Mehrere Agrarminister kritisierten in erster Linie den bürokratische Mehraufwand und dass der Bund nach wie vor an der Stoffstrombilanz festhalte.

Wie es weitergeht

Die Bundesregierung oder der Bundestag haben nun die Möglichkeit, den Vermittlungsausschuss anzurufen, um mit den Ländern über Kompromisse zum Düngegesetz zu verhandeln.

Güllegruben: Pflicht zur Abdeckung ist entschärft

Österreich novelliert die Ammoniakverordnung, um die Bauern von Kosten zu entlasten. Doch es gibt weitere Auflagen.

Die Pflicht zur Abdeckung on offenen Güllegruben bis Ende 2027 lag vielen Bauern in Österreich arg im Magen. Jetzt können sie aufatmen. Die Pflicht entfällt nun mit der Novelle der Ammoniakreduktionsverordnung. Sie wurde am Dienstag (2.7.) vorgelegt. Dem waren zweijährige Bemühungen der Landwirtschaftskammer Österreich vorausgegangen, mit dem Wiener Umweltministerium einen praxistauglichen Weg auszuhandeln.

Laut Kammer kann damit eine „enorme Kostenbelastung“ für die Landwirtschaft im Veredelungsbereich vermieden werden. Diese war vom Berufsstand für die rund 18.000 betroffenen Betriebe auf etwa 1 Mrd. Euro geschätzt worden.

Die Novelle sieht vor, dass künftig die Verpflichtung zur festen Abdeckung nur noch für Anlagen zur Lagerung von flüssigem Wirtschaftsdünger oder Gärresten ab einem gesamtbetrieblichen Fassungsvermögen von 240 Kubikmetern gelten soll, die ab dem 1. Januar 2025 neu errichtet werden. Bestandsanlagen, die keine feste Abdeckung haben, sind spätestens ab dem 1. Januar 2028 mit einer vollflächigen, flexiblen, künstlichen Abdeckung zu versehen. Bestehende Anlagen, bei denen sich eine dauerhaft stabile Schwimmdecke bildet, erfüllen ebenfalls die Anforderungen.

Die verpflichtende feste Abdeckung von Güllegruben war 2022 beschlossen worden, weil Österreich das 2020er-Reduktionsziel bei den Ammoniakemissionen verfehlte und EU-Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet war.

Um die laut Vertragsverletzungsverfahren notwendige Emissionsreduktion zu erreichen, sind der Kammer zufolge weitere Kompensationsmaßnahmen notwendig. Sie sollen allerdings in Summe zu deutlich geringeren Kosten führen. So ist ab dem 1. Januar 2026 neben Gülle, Jauche, Gärresten, nicht entwässertem Klärschlamm und Geflügelmist auch der gesamte ausgebrachte Festmist unverzüglich, jedoch spätestens innerhalb von vier Stunden nach dem Ausbringen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen ohne Bodenbedeckung einzuarbeiten. Dies gilt ab Januar 2028 zumindest vorerst für alle Betriebe und somit auch für jene unter 5 Hektar; die Untergrenze soll jedoch Ende 2026 nochmals geprüft und evaluiert werden.

„Die Vernunft hat schlussendlich gesiegt“, kommentierte der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, die Vorlage der Novelle. Er wies darauf hin, dass die Verordnung in der bisherigen Form viele Höfe zum Aufgeben gezwungen hätte. Zudem würden mit der Novelle Maßnahmen im Agrarumweltprogramm (Öpul), etwa zur bodennahen Gülleausbringung, gestärkt. „Wir sind überzeugt, dass mit Anreizen mehr zu erreichen ist als mit Verboten“, so Moosbrugger.

Mit Material von AgE

Es gibt noch ein Schweinehochhaus in Europa – und es ist in Betrieb

Das einzige Schweinehochhaus in Deutschland wurde stillgelegt. Aber es gibt in Europa noch ein Schweinehochhaus. Und das ist noch in Betrieb. Es wurde modernisiert und erweitert. Es erzeugt 280.000 Ferkel und mästet 50.000 Schweine.

Das Unternehmen EKSEKO betreibt in Estland in Viljandi ebenfalls ein Schweinehochhaus. Dieses wurde in den 70ern von russischen Ingenieuren geplant und diente vor dem Zusammenbruch des Ostblocks vor allem der Versorgung des Großraums Sankt Petersburg/Leningrad. 

In den frühen 90ern wurde die Mastanlage dann von einem finnischen Konsortium erworben bis heute betrieben. Die ursprüngliche Anlage in Estland war etwa baugleich mit dem in Sachsen-Anhalt befindlichen stillgelegten Schweinhochhaus, zeigen Fotos. 

Die Mastanlage und das Schwinehochhaus wurde dann aber modernisiert und offenbar auch erweitert. Deutsche Experten hatten das Schweinehochhaus Mitte der 90er Jahre im Rahmen eines EU-Programms besucht, dass Vorschläge zur Verbesserung der Umweltwirkungen der Anlage erarbeiten sollte.

EKSEKO ist die größte Schweinemastanlage im Baktikum und der Hauptfleischlieferant des estnischen Fleischverarbeiters Rakvere Lihakombinaat. Nach Angaben des Unternehmens werden im gesamten Anlagenkomplex von EKSEKO bis zu 280.000 Ferkel jährlich erzeugt, von denen rund 50.000 Tiere in der Anlage selbst gemästet werden. 

Die übrigen 230.000 Ferkel werden an andere Mastanlagen im Land verkauft und dort gemästet. Nach 4 Monaten liefern die Vertragspartner die ausgewachsenen Mastschweine an die zur Unternehmensgruppe gehörende Fleischverarbeitungsanlage Rakvere zurück. 

Damit wird ganz offensichtlich ein Großteil der gesamten estnischen Schweineproduktion bzw. Erzeugung von Schweinefleisch über die Anlagen in EKSEKO und Rakvere abgewickelt. 

Die Bedeutung der Großanlage wird erkennbar, wenn man sieht, dass der gesamte estnische Schweinebestand 2023 nur bei etwa 275.000 Tieren lag. Außerdem gibt es noch Tochterunternehmen des Fleischverarbeiters Rakvere in Lettland sowie in Litauen.

Fleisch einfrieren


Eingefrorenes Fleisch hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Man hört immer wieder, dass die Qualität leidet. Es ist weniger saftig, verliert an Geschmack und wird bei der Zubereitung zäh.

Das stimmt nicht.

Aber was steckt hinter dem Mythos? Und was passiert beim Einfrieren mit dem Fleisch?

Warum überhaupt einfrieren?

 Die Stärke von eingefrorenem Fleisch liegt klar auf der Hand: Es ist griffbereit, wenn man es braucht. Spontanes Grillen? Kein Problem.

Gerade bei hochwertigen Produkten gibt es aber noch einen großen Vorteil: Wenn Fleisch auf den Punkt gereift wird – wie in der Fleischwerkstatt – dann kann man diesen Qualitätszustand mit Schockfrosten konservieren.

Der Faktor Zeit

Woher kommt dann der schlechte Ruf von Eingefrorenem?  Wenn Fleisch langsam und bei relativ hohen Temperaturen (-18 °C) im eigenen Gefrierschrank eingefroren wird, kann es zur Bildung großer Eiskristalle kommen. Diese zerschreddern die feine Faserstruktur des Fleisches.

Wir wirken in der Fleischwerkstatt diesem Phänomen mit dem „quick frozen“-Prozess entgegen. Das Fleisch wird bei -40 °C schockgefrostet – also bei sehr niedrigen Temperaturen. Die Eiskristalle, die so entstehen, sind fein genug, um die Muskelfasern nicht zu beschädigen. Die Vakuum-Verpackung verhindert außerdem Gefrierbrand.

Geschmack und Saftigkeit

Wenn Fleisch richtig eingefroren ist, verliert es bei der Zubereitung nicht mehr Flüssigkeit als frisches Fleisch. Auch der Geschmack bleibt gleich. Steaks kann man übrigens auch gefroren auf den Grill legen. Das Ergebnis wird sogar besser, als bei aufgetautem Fleisch.

Fazit

Die Qualität des Fleisches leidet nicht beim Einfrieren. Wir empfehlen, auf bereits tiefgefrorene Produkte zu vertrauen. Wenn wir unsere Produkte quick frozen versenden, dann landen sie in idealem Zustand direkt vor der Haustüre und können problemlos in der eigenen Kühltruhe weiter gelagert werden.

Es wird ernst- EU erhebt Zölle auf Eier und Zucker aus der Ukraine

Auf verschieden Agrarexporte in die EU muss die Ukraine wieder Zölle zahlen. Neben Hafer ist die Schwelle nun auch für Eier und Zucke erreicht.

Ab Dienstag müssen ukrainische Exporteure Einfuhrzölle zahlen, wenn sie Zucker und Eier in die EU verkaufen wollen. Das gab die EU-Kommission am Montag bekannt.

Seit Juni 2022 sind ukrainische Exporte in die EU von fast allen Einfuhrzöllen befreit. Seit dem 6. Juni 2024 gilt für bestimmte Agrarprodukte eine sogenannte Notbremse.

Die Notbremse tritt dann in Kraft wenn die EU-Importmengen aus der Ukraine den Durchschnitt der Jahre 2021, 2022 und 2023 übersteigen. Sie gilt für Eier, Geflügel, Zucker, Hafer, Mais, Schrote und Honig.

Überschreiten die ukrainischen Exporte in die EU die durchschnittlichen Exportwerte, greifen die Zollsätze und Zollkontingente, die vor dem russischen Angriff auf die Ukraine galten.

Für Zucker und Eier liegen die durchschnittlichen Importmenge der Jahre 2021-2023 laut der EU-Kommission bei rund 260.000 t bzw. 23.000 t pro Jahr. Im Jahr 2024 hat die Ukraine diese Werte bereits überschritten.

Was gilt jetzt?

Nun gilt die Exportregel für ukrainischen Zucker und ukrainische Eier, die die EU und die Ukraine 2016 in einem Abkommen festgelegt haben. Diese sieht vor, dass die Ukraine ein Kontingent von bis zu 3.000 t Eier zollfrei in die EU einführen darf. Überschreitet sie diese Menge, fällt ein Zollsatz von 30,40 € pro 100 kg importierter Eier an.

Insgesamt 20.070 t Zucker kann die Ukraine laut dieser Regeln zollfrei in die EU exportieren. Auch diese Menge ist bereits überschritten. Nun fallen Einfuhrzölle in Höhe von 41,90 € pro 100 kg etwa für Weißzucker oder in Höhe von 33,90 pro 100 kg für unraffinierten Zucker an.

EU sucht neue Hartweizenlieferanten nach Russland-Besteuerung

Ab dem 1. Juli 2024 werden Hartweizenimporte aus Russland in die EU mit einem Zoll von 148 Euro pro Tonne belegt. Diese Maßnahme könnte erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Markt haben, insbesondere auf Italien, das stark auf Hartweizenlieferungen angewiesen ist.

Im aktuellen Wirtschaftsjahr hat Russland 442.000 Tonnen Hartweizen in die EU geliefert, was einem deutlichen Anstieg gegenüber den 85.619 Tonnen im Vorjahreszeitraum entspricht. Der Durchschnitt der letzten fünf Jahre lag sogar nur bei 66.922 Tonnen. Allein Italien importierte bis zum 26. Mai 2024 rund 412.500 Tonnen russischen Hartweizen.

Parallel dazu entwickelt sich Kasachstan zu einem bedeutenden Akteur auf dem globalen Hartweizenmarkt. Im laufenden Wirtschaftsjahr lieferte das Land 489.500 Tonnen Hartweizen in die EU, davon gingen 380.400 Tonnen nach Italien und 67.773 Tonnen nach Spanien. Damit übertraf Kasachstan sogar die russischen Liefermengen.

Für das Jahr 2024 erwartet Kasachstan eine größere Hartweizenernte von rund 715.000 Tonnen, was einem Anstieg von knapp 40 Prozent gegenüber 2023 entspricht. Damals hatten Dürreperioden die Erträge reduziert. Die höhere Produktion wird zu einer größeren Verfügbarkeit für den Export führen. Zudem fördert die kasachische Regierung die Getreideproduktion und den Außenhandel durch den Ausbau der logistischen Infrastruktur.

Mit der Einführung der Importzölle könnte es zu einer Umleitung der russischen Hartweizenexporte kommen. Ein Teil der russischen Exporte könnte zukünftig über die Türkei oder Kasachstan in die EU gelangen. Dies deutete sich bereits im Wirtschaftsjahr 2023/24 an, als Russland trotz einer Ernte von 500.000 Tonnen fast die gesamte Menge in die EU exportierte.

Auch die Türkei hat für das Wirtschaftsjahr 2024/25 erneut überdurchschnittliche Hartweizenexporte angekündigt. Zusätzlich wird erwartet, dass Kanada umfangreiche Lieferungen in die EU tätigen wird. Der Internationale Getreiderat (IGC) prognostiziert kanadische Hartweizenexporte von 4,6 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 1,3 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Diese Entwicklungen könnten die europäische Hartweizenversorgung in den kommenden Monaten stark beeinflussen. Insbesondere Italien, als einer der größten Importeure, wird von den Veränderungen im globalen Markt und den neuen Zollregelungen betroffen sein.

Grandits wird von US-Konzern OSI-Group übernommen

Die Grandits Group arbeitet an drei Standorten in Österreich mit rund 10.000 Landwirten zusammen und produziert Rindfleisch. Der Verkauf soll im dritten Quartal abgeschlossen werden.

Grandits ist ein führendes Familienunternehmen in der Fleischversorgung in Österreich. Wie jetzt bekannt gegeben wurde, hat die OSI Group das Grandits erworben. Das Unternehmen mit Sitz in Aurora, außerhalb von Chicago besteht seit 65 Jahren und ist vor allem für die Produktion der Burger-Patties für Mc Donalds bekannt. Es unterhält 65 Standorte und beschäftigt 20.000 Mitarbeiter in 18 Ländern. Es werden neben der Gastronomie auch der Lebensmitteleinzelhandel und „Foodservice Anbieter“ beliefert.

Laut der Unternehmensgruppe zielt der Kauf darauf ab, das Produktportfolio von OSI zu erweitern und langfristiges Wachstum zu fördern. „Die Unterzeichnung des Kaufvertrags durch die Parteien ist ein positiver Schritt für beide Seiten, da wir unseren Kunden einen größeren Mehrwert bieten wollen“, sagt Erik Schöttl, Managing Director OSI Foodworks Europe. Die Vereinbarung sieht vor, dass OSI 100 % der Anteile an Grandits erwirbt. „Wir freuen uns sehr, Grandits in der OSI-Familie willkommen zu heißen“, sagt Mark Richardson, Senior EVP International von OSI.

„Die Zusammenarbeit mit der OSI Group, LLC eröffnet spannende neue Möglichkeiten für uns“, bemerkt Klaus Grandits, CEO von Grandits, der weiterhin als Geschäftsführer im Unternehmen bleiben wird. „Unser gemeinsames Engagement für Innovation und Exzellenz wird es uns ermöglichen, unsere Kunden besser zu bedienen und gemeinsam größeren Erfolg zu erzielen.“

Der Kauf von Grandits durch OSI unterliegt den üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich der behördlichen Genehmigungen, und wird voraussichtlich im dritten Quartal 2024 abgeschlossen sein. OSI und Grandits werden eng zusammenarbeiten, um einen nahtlosen Integrationsprozess zu gewährleisten, die Geschäftskontinuität aufrechtzuerhalten und den Kunden Mehrwert zu bieten, heißt es. Beide Unternehmen würden von gemeinsamen Ressourcen, Fachwissen und einem einheitlichen Ansatz für die Herausforderungen und Chancen des Marktes profitieren, heißt es in einer Aussendung. von Roland Pittner

Der Unabhängige Bauernverband fordert eine Entschädigung bei Bewirtschaftungsverboten aufgrund des Renaturierungsgesetzes.

Nach Auffassung des Unabhängigen Bauernverbandes (UBV) will das im Juni 2024 beschlossene EU-Renaturierungsgesetz „einmal mehr Landwirte einschränken und maßregeln“.

Die Feststellung im Gesetz, dass 80 Prozent der Natur in Europa in einem schlechten „ökologischen Zustand“ seien, ist aus UBV-Sicht für die Bevölkerung kaum zu glauben. „Die Wiederherstellung dieser Flächen bedeutet aus der Sicht der Land- und Forstwirtschaft de facto ein Bewirtschaftungsverbot“, ist sich UBV-Präsident Karl Keplinger sicher. Das gleiche einer Enteignung. Für den Fall, dass Flächen außer Ertrag gestellt werden müssen, fordert der Verband eine finanzielle, indexgesicherte Entschädigung von mindestens 3000 Euro pro Hektar und Jahr. Dabei müssten die Flächen aber im Eigentum der Landwirte bleiben.

Unklar ist derzeit, ob und wieviel Agrarfläche von der neuen EU-Verordnung betroffen sein wird. Österreichs Regierung muss nun in den kommenden zwei Jahren eine Wiederherstellungsplan aufstellen. Nach den Vorgaben des Naturwiederherstellungsgesetzes müssen EU-Staaten bis 2030 mindestens 20 Prozent der geschädigten Flächen und Meeresgebiete zu renaturieren. Bis 2050 sollen alle Ökosystem wiederhergestellt werden. Auf Ebene der Mitgliedstaaten soll bis 2030 begonnen werden, zunächst 30 Prozent der von den Vorgaben erfassten Habitate von einem schlechten in einen guten Zustand zu überführen. Betroffen sind etwa Wälder, Wiesen, Feuchtgebiete und Flüsse. Priorität sollen zunächst Gebiete im Schutzgebietsnetz Natura 2000 erhalten. Sobald ein Ökosystem einen guten Zustand erreicht hat, gilt ein Verschlechterungsverbot.

Für Landwirte sollen die jeweiligen Maßnahmen freiwillig bleiben, heißt es in der EU-Verordnung.

Für den UBV ist klar: Die Natur – unsere Lebensgrundlage – zu schützen, steht außer Diskussion. „Einen bestmöglichen Schutz mittels einer nachhaltigen Bewirtschaftung zu gewährleisten, ist für uns Bauern selbstverständlich“, so Keplinger.

Der UBV-Präsident vermisst indes klare Einwände Österreichs mit Daten und Fakten beim Erstellen der EU-Verordnung. So hätte nur Schweden hat als einziges Land eine konkrete Eingabe gemacht. Dabei seien bereits 2021/22 erste Entwürfe der EU-Verordnung in Brüssel kursiert.

Keplinger mutmaßt, es fehle offenbar an Fachwissen und Konsequenz. „Anstatt die Leistungen der Bauern in den letzten 20 Jahren in Sachen Umwelt und Naturschutz wissenschaftlich mit Zahlen zu belegen, haben Landwirtschaftsministerium und Landwirtschaftskammer die Auflagen und Kontrollen der Bauern erhöht“, stellt der UBV-Präsident fest. von Josef Koch

    In Deutschland -Zahl der schweinehaltenden Betriebe geht weiter zurück

    Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe ist binnen Jahresfrist um 3,4 % oder 600 Betriebe gesunken, im Zehnjahresvergleich sogar um 42,2 % oder 11.400 Betriebe! Auch der Rinderbestand sank

    Zum Stichtag 3. Mai 2024 gab es in Deutschland 15.700 schweinehaltende Betriebe. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen der Viehbestandserhebung mitteilt, nahm die Zahl der Betriebe damit im Vergleich zum 3. November 2023 um 3,2 % (-500 Betriebe) ab. Im Vergleich zum Vorjahr (3. Mai 2023) sank die Zahl um 3,4 % (-600 Betriebe) und im Zweijahresvergleich um 12,4 % (-2.200 Betriebe). Im Zehnjahresvergleich ging die Zahl der Betriebe um 42,2 % (-11.400 Betriebe seit 2014) zurück.

    Die Zahl der in Deutschland gehaltenen Schweine lag zum Stichtag 3. Mai 2024 bei 20,9 Mio. Tieren. Gegenüber dem Stichtag 3. November 2023 nahm der Bestand um 1,3 % oder 275.200 Tiere ab, gegenüber dem Vorjahr blieb er nahezu unverändert (‑1.200 Tiere).

    In den vergangenen zehn Jahren ist der Schweinebestand um 25,4 % oder 7,1 Mio. Tiere deutlich zurückgegangen, jedoch weniger stark als die Zahl der Betriebe. Somit hält die Entwicklung hin zu größeren Betrieben an: Während im Jahr 2014 ein Betrieb durchschnittlich 1.000 Schweine hielt, waren es zehn Jahre später 1.300 Tiere pro Betrieb.

    Für die einzelnen Tierkategorien der Schweinehaltung ergibt sich folgendes Bild: Zum Stichtag 3. Mai 2024 wurden in Deutschland mit 9,4 Mio. Mastschweinen 2 % oder 195.200 Tiere weniger gehalten als ein halbes Jahr zuvor. Die Zahl der Ferkel und der Jungschweine sank leicht um 0,8 % oder 85.900 Tiere und lag bei 10,2 Mio.. Die Zahl der Zuchtsauen blieb gegenüber November 2023 mit 1,4 Mio. Tieren nahezu konstant (-0,2 % oder -3.100 Tiere).

    Auch die Zahl der in Deutschland gehaltenen Rindern ging zuletzt zurück. So wurden zum 3. Mai 2024 in Deutschland 10,6 Mio. Rinder gehalten, darunter 3,7 Mio. Milchkühe. Das waren 1,9 % oder 209.400 Rinder und 1,2 % oder 44.500 Milchkühe weniger als im November 2023.

    Verkehrte Moral -Russland erwartet 2024 deutlichen Anstieg der Schweinefleischexporte

    Russland könnte im Jahr 2024 einen bedeutenden Anstieg seiner Schweinefleischexporte verzeichnen, mit einer Steigerung um fast 40 % im Vergleich zum Vorjahr. Diese optimistische Prognose wird durch die erweiterte Öffnung des chinesischen Marktes für russisches Schweinefleisch gestützt.

    Laut Andrej Dalnow, Chefanalyst der Russischen Landwirtschaftsbank (RSHB), könnte Russland in diesem Jahr 318.000 Tonnen Schweinefleisch exportieren. Im Jahr 2023 lag die Exportmenge noch bei 223.000 Tonnen. Dalnow begründet diesen Anstieg mit der verstärkten Nachfrage aus China, das voraussichtlich etwa 60.000 Tonnen Schweinefleisch aus Russland importieren wird.

    Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da China kürzlich seine Schweinefleischimporte insgesamt deutlich reduziert hat. Im ersten Quartal 2024 sanken die Importmengen im Vergleich zum Vorjahresquartal um ein Drittel auf 550.000 Tonnen. Die Ausgaben für Schweinefleischimporte halbierten sich nahezu auf 1,06 Milliarden Euro, was auf gesunkene Preise zurückzuführen ist.

    Zudem bestehen derzeit Handelsspannungen zwischen China und der Europäischen Union. Im Mai forderte die chinesische Schweinebranche die Behörden auf, eine Antidumping-Untersuchung zu den Importen bestimmter Schweinefleischprodukte aus der EU einzuleiten, trotz des generellen Rückgangs der Einfuhren.

    Dalnow betont, dass die russischen Schweinezüchter in der Lage sind, den heimischen Markt vollständig aus eigener Produktion zu versorgen. Überschüssige Mengen werden exportiert. Zwischen 2014 und 2023 stieg die Schweinefleischproduktion in Russland um fast 60 % auf 4,628 Millionen Tonnen. Für das Jahr 2024 wird ein Produktionsvolumen von 4,986 Millionen Tonnen erwartet.

    Weizenpreise setzen Talfahrt fort – Gemischte Entwicklungen bei Agrarrohstoffen

    Die Weizen-Futures an der Euronext haben am Freitag erneut Verluste verzeichnet und damit an 16 der letzten 19 Handelstage nachgegeben. Der Frontmonat September schloss mit einem Minus von 2,25 Euro und erreichte ein Zwei-Monats-Tief von 224,50 Euro pro Tonne. Diese Entwicklung führte zu einem Wochenverlust von 12,25 Euro oder 5,2 Prozent. Auch an der Chicago Board of Trade (CBoT) fielen die Soft Red Winter- Weizenpreise um 11,25 Cent auf 5,61 US-Dollar pro Bushel, was 193 Euro pro Tonne entspricht. Im Wochenverlauf summierten sich die Verluste auf 51,25 Cent oder 8,4 Prozent. Damit verzeichneten die Weizenmärkte sowohl an der Euronext als auch an der CBoT die vierte rote Woche in Folge. Die Kurse wurden durch das hohe Erntetempo in den USA und die Hoffnung auf geringere Ertragsausfälle in Russland gedrückt.

    Raps-Futures an der Euronext schlossen am Freitag ebenfalls schwächer. Der Frontmonat August verlor 1,50 Euro und endete bei 462 Euro pro Tonne, was in der Wochenbilanz einen Verlust von 6 Euro oder 1,3 Prozent ausmacht. In Chicago konnte die Juli-Sojabohne einen Gewinn von 5,25 Cent auf 11,60 US-Dollar pro Bushel (399 Euro pro Tonne) verbuchen, dennoch blieb der Wochenverlust bei 19,25 Cent oder 1,6 Prozent. Die guten Bestandsbewertungen in den USA lassen weiterhin eine Rekordernte erwarten, während das Kaufinteresse aus China für die neue Ernte ausbleibt.

    Auch die Mais-Futures schlossen am Freitag an der CBoT schwächer. Der Frontmonat Juli verlor 4,75 Cent und schloss bei 4,35 US-Dollar pro Bushel (160 Euro pro Tonne), was zu einem Wochenverlust von 15 Cent oder 3,3 Prozent führte. An der Euronext konnte der August-Future um 0,50 Euro auf 208,50 Euro pro Tonne zulegen, während die späteren Termine leicht nachgaben. Der August schloss die Woche mit einem Minus von 3 Euro oder 1,4 Prozent. Der Maismarkt stand unter Druck durch die schwache Exportnachfrage und die schwächelnden Weizenmärkte. Die Exportbuchungen fielen auf ein Neun-Wochen-Tief.

    Im Bereich der Kartoffeln zeigt sich weiterhin eine feste Entwicklung. Das zuletzt erreichte Rekordniveau bestätigte sich zum Wochenauftakt. Der EEX-Fronttermin wird mit einem Kurs von 17,50 Euro pro Dezitonne gehandelt, während der maßgebliche April 2025 Termin bei glatten 40 Euro pro Dezitonne liegt. Darüber hinaus wird der April 2026 mit 23 Euro pro Dezitonne bewertet. Das stabile Niveau wird durch den robusten Kassamarkt gestützt, der wöchentlich steigende Tagespreise aufweist.

    Auf dem Milchmarkt zeigte sich eine deutliche Gewinnentwicklung bei Butter, während Magermilchpulver an der EEX leicht schwächer notierte. Der Juli-Butterfuture schloss am Freitag bei 6.700 Euro pro Tonne, was einem Anstieg von 158 Euro gegenüber der Vorwoche entspricht. Bei Magermilchpulver gab der Juli-Termin im Wochenvergleich um 4 Euro auf 2.488 Euro pro Tonne nach. Der Buttermarkt profitiert von den niedrigen Fettgehalten in der Milch und der hohen Rohstoffnachfrage der Käseproduzenten, während Milchpulver unter der verhaltenen Exportnachfrage leidet.

    Das Wesen des Schweines verstehen-Schweine auf Stroh: Landwirt entwickelt eigenes Stallkonzept

    Vor rund sechs Jahren entschied sich Jörg Struve, seine Schweinehaltung um Tierwohl-Strohställe zu erweitern. Wichtig dabei war ihm, den Tieren viel Raum zum Ausleben ihres arttypischen Verhaltens zu geben.

    Es herrscht eine entspannte Atmosphäre in den Ställen von Familie Struve. Die Schweine liegen, wühlen oder toben im Stroh. Die strukturierten Buchten bieten ihnen viele Möglichkeiten, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben.

    „Meine Familie und ich haben große Freude an der Schweinehaltung. Mit den Strohställen konnten wir einen weiteren Schritt in Richtung mehr Tierwohl gehen“, sagt Jörg Struve.

    Gemeinsam mit seinem Großcousin, Eiken Struve, arbeitet Jörg Struve in einer Gemeinschaft. Sie hält 1.300 Sauen, zieht 47.000 bis 48.000 Ferkel im Jahr auf und mästet diese in eigenen, nachgelagerten Betrieben. „Die Schweinehaltung ist bei uns ein vollkommen geschlossenes System, das sich lediglich auf mehrere Betriebsstätten erstreckt“, sagt Jörg Struve.

    „Seit 2018 rückt das Tierwohl bei Verbrauchern und Handel stärker in den Fokus. Mit unserer Begeisterung für Schweine wollten wir diese Entwicklung mitgehen“, betont der Landwirt. Da im Norden der Fokus in der Schweinehaltung noch mehr auf konventionellen Haltungsverfahren lag, machte er gemeinsam mit seiner Frau Exkursionen nach Baden-Württemberg.

    „Dort wurden schon damals andere Haltungsverfahren gefördert“, sagt Jörg Struve. „Wir schauten uns verschiedene Strohställe und alternative Haltungsformen an. Mit diesen Eindrücken fuhren wir wieder nach Hause. Hier entwickelte ich mein eigenes Strohstallkonzept, dass genau auf unseren Standort abgestimmt ist“, sagt er. Da das Heimatdorf Nübel rundum dicht besiedelt ist, war an den bestehenden Ställen zum Teil emissionsrechtlich ein Geruchswäscher notwendig. Daher kamen Offenställe oder Pigports für den Landwirt nicht infrage. Stattdessen entstand der Plan für Strohställe mit strukturierten Buchten, in denen die Schweine zwischen eingestreuten und Flächen mit Vollspaltenböden wählen können. Hinzu kommen separate Fress- und Tränkbereiche sowie Bereiche, wo sich die Tiere ihre Kotecken einrichten, und innenliegende Terrassen mit Außenklima. „Bei der Planung der Ställe war es mir wichtig, das Wesen des Schweins zu verstehen“, sagt Jörg Struve.

    ASP: Gefahr durch anreisende Fußballfans

    Angesichts des jüngsten ASP-Nachweises bei einem Wildschwein im hessischen Landkreis Groß-Gerau mahnen die angrenzenden Bundesländer Landwirte, Jäger und Fußballfans zu maximaler Wachsamkeit.

    Der Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein im hessischen Landkreis Groß-Gerau hat noch einmal deutlich gemacht, wie schnell die Seuche auch über große Entfernungen verschleppt werden kann. Sie kann daher jederzeit und überall auftreten. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber appelliert in einer Pressemitteilung daher an alle Schweinehalter, alle Maßnahmen zur Biosicherheit strikt einzuhalten, sie regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls zu intensivieren. Insbesondere Betriebe in Regionen, die an Hessen angrenzen, sollten das freiwillige Verfahren „Status-Untersuchung ASP“ nutzen.  

    Ihrem für die Jagd zuständigen Ministerkollegen Hubert Aiwanger dankte Kaniber für den Appell an die Jäger, die Wildschweinebestände im Freistaat zu senken. Hilfreich sei, dass man sich in Bayern bereits vor Jahren für den Einsatz von Nachtsichtgeräten bei der Jagd auf Schwarzkittel stark gemacht habe. Darüber hinaus bittet sie Aiwanger zu prüfen, ob auch Saufänge ein wirksames Mittel sein könnten, die Wildschweindichte in Bayern zu senken.

    Kaniber ruft aber auch alle Bürgerinnen und Bürger zu erhöhter Achtsamkeit auf. Speisereste dürfen auf Rastplätzen und Wanderungen nicht einfach weggeworfen werden. Sie müssen vielmehr in verschließbaren Müllbehältern vorschriftsmäßig entsorgt werden. Denn über infizierte Lebensmittel kann das ASP-Virus auf Haus- und Wildschweine übertragen werden.

    Diesem Appell schließt sich auch die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen an. Wegen der zurzeit in Deutschland stattfindenden Fußball-Europameisterschaft sei die Gefahr einer ASP-Verschleppung durch reisende Fans besonders groß. Auf Rastplätzen entlang der Reiserouten zwischen Ost und West mahnte die Ministerin größtmögliche Sorgfalt beim Umgang mit Lebensmitteln an. Die Straßen- und Autobahnmeistereien seien daher angehalten, Zäune und Mülleimer weiterhin konsequent zu kontrollieren, auf Wühlspuren von Wildschweinen zu achten und erforderliche Sicherungsmaßnahmen durchzuführen.

    In Deutschland -Schweinehalter und Handel: Wer ist im Zugzwang?

    is August müssen Schweinebetriebe ihre Haltungsform gemäß dem neuen Tierhaltungskennzeichnungsgesetz melden. Dabei herrscht Unklarheit darüber, an welche Organisation diese Meldungen gerichtet werden sollen. Steffen Reiter, Geschäftsführer des Verbands der Fleischwirtschaft (VdF), bedauerte auf dem Bauerntag der VzF GmbH in Verden, dass es bisher kein einheitliches Vorgehen der Bundesländer gibt.

    Während der Veranstaltung wurde deutlich, dass der Austausch zwischen Landwirten und dem Lebensmitteleinzelhandel über höhere Haltungsformen zugenommen hat. Anna Spiess, Leiterin Nachhaltigkeit Einkauf bei Kaufland, betonte das Interesse des Unternehmens an einer zukunftsfähigen regionalen Landwirtschaft. Kaufland bietet derzeit etwa 20 % seines Frischfleischs aus Haltungsform Stufe 3 und 4 an und der Anteil von Haltungsform 3 steigt weiter an. Das Unternehmen strebt an, mehrjährige Partnerschaften mit Landwirten auszubauen, sieht jedoch derzeit nicht genügend Angebot am Markt, um weitere Umstellungen vorzunehmen.

    Schweinehalter kritisieren die mangelnden Anreize seitens des Lebensmittelhandels. Fünfjahresverträge seien nicht ausreichend, um die gesamte Betriebsstruktur neu auszurichten. Anna Spiess erklärte, dass Kaufland Schwierigkeiten habe, die zukünftige Nachfrage exakt abzuschätzen.

    Die Idee, höhere Peise für Rohware zu verlangen, wurde ebenfalls diskutiert, jedoch befürchtet man, dass dies die Nachfrage senken könnte. Spiess plädierte daher für einen langsamen und realisierbaren Umbau der Tierhaltung.

    Kaufland reagiert auf den Kundenwunsch nach mehr Tierwohl und Regionalität, indem immer mehr Produkte mit dem „Qualität aus Deutschland“-Siegel gekennzeichnet werden. Rund 1000 Eigenmarkenprodukte tragen bereits dieses Siegel. Regional gekennzeichnete Produkte stammen mindestens aus dem gleichen Bundesland und enthalten detailliertere Informationen zur Herkunft. Zugeschnittene Schweinehälften werden ausschließlich in den eigenen Fleischwerken verarbeitet und verteilt, wobei täglich eine halbe Million Wiener Würstchen produziert und insgesamt 400 Tonnen Fleisch verarbeitet werden, hauptsächlich Schweinefleisch.

    Strukturbruch auf EU-Schweinemarkt: Produktion schrumpft

    Der europäische Schweinemarkt hat in den letzten Jahren eine drastische Veränderung erlebt. Diese Entwicklung wurde durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst, darunter Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die Covid-19-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Düngeverordnung, ein verändertes Verbraucherverhalten und strengere Vorgaben für zukünftige Haltungsbedingungen.

    Die Schweinefleischerzeugung in der Europäischen Union ist in kurzer Zeit von 23,7 Millionen Tonnen im Jahr 2021 auf 20,7 Millionen Tonnen gesunken. Große Produzentenländer wie Dänemark, Deutschland, die Niederlande, Polen und Spanien haben deutliche Rückgänge verzeichnet. Hauptursache war der Abbau der Sauenbestände, der nur teilweise durch Produktivitätssteigerungen kompensiert werden konnte.

    Für die kommenden Jahre sind die Aussichten auf eine Wiederaufstockung der Tierbestände gering. Hohe Preise und Umstellungsprämien bieten nur begrenzte Anreize für Investitionen, da die Risiken als zu hoch eingeschätzt werden. Dies spiegelt sich auch in der Schweinefleischnachfrage wider, die von 19,7 Millionen Tonnen auf knapp 18 Millionen Tonnen gesunken ist. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist von 34,5 Kilogramm auf 31 Kilogramm zurückgegangen, was den Trend zu weniger Fleischkonsum verdeutlicht. Insbesondere ältere Bevölkerungsgruppen und der geringe Anteil jüngerer Menschen tragen zu diesem Rückgang bei.

    Das Image von Fleisch hat bei Meinungsführern in der Gesellschaft gelitten, während pflanzliche Produkte und Fleischersatzprodukte zunehmend positiv bewertet werden. Zusätzlich dämpft der inflationsbedingte Anstieg des Verbraucherpreisniveaus die Nachfrage, und steigende Einkommen wirken kaum noch konsumsteigernd.

    Die EU-Exporte von Schweinefleisch sind von rund 5 Millionen Tonnen auf aktuell 2,9 Millionen Tonnen zurückgegangen. Besonders Deutschland ist von den ASP-bedingten Lieferverboten einiger Länder betroffen, was zu einem starken Einbruch führte. Auch andere EU-Länder haben aufgrund einer geringeren weltweiten Nachfrage einen Rückgang im Drittlandsabsatz verzeichnet.

    Der Selbstversorgungsgrad der EU ist von 126 % auf derzeit 116 % gesunken. In der Schlacht- und Fleischverarbeitungsindustrie hat bereits ein Kapazitätsabbau und eine Konzentration stattgefunden, die noch nicht abgeschlossen ist. Zudem hat die EU ihre führende Position im Schweinefleischexport an die USA verloren.

    Renaturierungsgesetz: Das sind die möglichen Folgen für die Landwirtschaft und uns Bauern

    Das beschlossene Eu- Renaturierungsgesetz wird zu massiven Einschnitten und unverhältnismäßig negativen Auswirkungen für die Landwirtschaft führen, erklärt der Präsident des österreichischen Bauernbundes Georg Strasser. Aber auch die Konsumenten werden die Folgen deutlich spüren. 20 % aller Flächen müssen laut dem Gesetz allein bis 2030 wiederhergestellt werden. „Das bedeutet im Klartext: Ein Fünftel der Gesamtfläche Österreichs darf nicht mehr wie bisher genutzt werden“, sagt Strasser.

    • Agrarökosysteme: Grünlandschmetterlinge, Feldvögel, organischer Kohlenstoff in mineralischen Böden, Hecken – sie gelten in Zukunft als Indikatoren für den Zustand dieses Lebensraums. Dieser muss verbessert werden, die Mitgliedstaaten müssen dazu konkrete Maßnahmen auf den Weg bringen. Auch für die Wiedervernässung landwirtschaftlich genutzter Moorböden gibt es zeit- und flächengebundene Ziele. Bei privaten Flächen soll eine Vernässung freiwillig bleiben.
    • Graslandschaften, Feuchtgebiete, Wälder, Flüsse und Seen: Verbesserung und Wiederherstellung biodiverser Lebensräume.
    • Insektenpopulationen: Umkehr des Rückgangs von Bestäubern bis 2030.
    • Städtische Ökosysteme: Kein Nettoverlust an städtischen Grünflächen bis 2030, mit einer Erhöhung der Grünflächen bis 2040 und 2050.

    Bundeskanzler Karl Nehammer hat angekündigt, eine Nichtigkeitsklage gegen die heutige Abstimmung beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) einzubringen. „Wir stehen hinter dieser Klage, denn es kann nicht sein, dass eine Bundesministerin auf EU-Ebene gegen den Willen Österreichs entscheidet“, erklärt Strasser.

    Die Konsequenzen des Gesetzesentwurfs werden vor allem die Bauern spüren. Hier ein paar mögliche Punkte, wie die Folgen aussehen könnten.

    1. Lebensmittelproduktion in Natura-2000-Gebieten gefährdet: Als erstes betroffen von Maßnahmen zur Renaturierung wären Natura-2000- Gebiete wie zum Beispiel die Wachau. Hier kann eine drastische Verringerung bzw. völlige Einstellung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln und Dünger drohen.
    2. Steigende Lebensmittelpreise durch klimaschädliche Importe: Die Maßnahmen des Renaturierungsgesetzes sehen für einen wesentlichen Teil der Wiesen eine stark eingeschränkte Mahd und Düngung vor. Unter der Annahme, dass 20 % nicht mehr der guten landwirtschaftlichen Praxis entsprechend bewirtschaftet werden dürfen, steht für unsere Tiere auch weniger hochwertiges Futter zur Verfügung. Können wir in Österreich künftig weniger Tiere ernähren, dann wird mehr Fleisch importiert. Die logische Folge dieser Verknappung der Produktion: Deutlich steigende Lebensmittelpreise für Konsumentinnen und Konsumenten. Dem Klima ist damit in keinster Weise geholfen.
    3. Klimaschutzfunktion des Waldes in Gefahr: Eine Stilllegung im großen Stil würde unsere heimischen Wälder bedrohen und das bewährte Prinzip „Schützen durch Nützen“ ad absurdum führen. Durch ein Verbot der Holzernte würde österreichisches Holz in der Bauwirtschaft fehlen, wo es als Baumaterial langfristig CO2 speichert. Ebenso betroffen wäre Holz als klimaneutraler Brennstoff zum Heizen unserer Wohnungen und Häuser. Fehlt uns ein Fünftel dieses heimischen Heizmaterials, werden wieder mehr fossile Energieträger eingesetzt und die Erreichung der Klimaziele rückt in weite Ferne.
    4. Starke Einschränkungen für Städte und Regionen: Nicht nur die Land- und Forstwirtschaft ist vom Gesetz betroffen, sondern auch Österreichs Städte und Regionen. Beispielsweise soll die Gesamtfläche der städtischen Grünflächen und der städtischen Baumüberschirmung nicht schrumpfen, sondern steigen. Das bedeutet aber, dass es steigende Einschränkungen im Wohnbau und der Stadtentwicklung geben muss bzw. auch die Notwendigkeit von Rückbauten diskutiert und umgesetzt werden soll. von Roland Pittner

    Tierwohlstandards: Lidl stellt Wurstwaren bis 2025 um

    Deutschlands größter Discounter Lidl hat ehrgeizige Pläne zur Verbesserung des Tierwohls angekündigt. Bis Ende 2025 soll die Hälfte der Wurstwaren auf Haltungsform 3 umgestellt werden. Dieses Ziel verfolgt die Ganztiervermarktung und eine höhere Wertschöpfung für die Bauern. Auch die Fleischverarbeiter stehen vor neuen Herausforderungen.

    Bis Ende 2030 plant Lidl, nicht nur gekühlte Frischfleischprodukte, sondern auch sämtliche Wurstwaren auf mindestens Haltungsformstufe 3 und 4 umzustellen. Besonders beim Schweinefleisch sollen bereits bis Ende 2025 50 % der Wurstwaren der Eigenmarke „Metzgerfrisch“ den höchsten Haltungsformstufen entsprechen. Noch in diesem Jahr wird Lidl 30 % der Wurstwaren von Metzgerfrisch auf höhere Haltungsstufen umstellen.

    Die Ankündigung von Lidl erhöht den Druck auf die Lieferanten, da es derzeit zu wenige Landwirte gibt, die bereit sind, auf Haltungsform 3 und 4 umzusteigen. Insbesondere im Bereich Schweinefleisch könnte es zu Engpässen kommen, da viele Schweinehalter nicht bereit sind, die erforderlichen Umstellungen vorzunehmen. Fehlende Finanzierungszusagen und die komplexen Herausforderungen beim Umbau der Ställe sind die größten Hindernisse.

    Lidl unterstreicht sein Engagement für höhere Tierwohlstandards und möchte sicherstellen, dass Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Verarbeitung der Wurstwaren und Frischfleischprodukte der Eigenmarke in Deutschland stattfinden. Durch die Umstellung auf Haltungsformstufen 3 und 4 ermöglicht Lidl eine Ganztiervermarktung, bei der alle Teile eines Tieres verwertet werden. Dies soll den landwirtschaftlichen Betrieben eine maximale Wertschöpfung und sichere Absatzkanäle bieten.

    Im Rahmen seiner Tierwohlaktivitäten hat Lidl ein eigenes Tierwohl -Label für Eigenmarken eingeführt. Produkte der Haltungsstufe 3 werden zukünftig mit dem Label „Faire Haltung – Zum Wohl der Tiere“ gekennzeichnet. Auch Wurstwaren vom Schwein, die den Anforderungen der Haltungsformstufe 3 entsprechen, werden dieses Label tragen.

    So wie immer gegen uns Bauern -Österreichs Umweltministerin stimmt für Renaturierungsgesetz

    Die EU-Umweltminister segneten das EU-Renaturierungsgesetz ab. Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) stimmte dafür, trotz einer entgegenlautenden Stellungnahme der Bundesländer.

    Das Renaturierungsgesetz ist beschlossene Sache. Am Montag stimmten die Umweltminister der EU-Mitgliedstaaten für den Entwurf. Auch die österreichische Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) stimmte für das Gesetz. „Die heutige Entscheidung ist ein Sieg für die Natur. Die Europäische Union stellt sich geeint hinter den Schutz unserer Lebensgrundlage. Wir geben der wunderbaren Artenvielfalt unserer Heimat den Platz, der ihr zusteht“, teilt Gewessler mit.

    Kritik kommt vom Regierungspartner und Bauernvertretern. ÖVP-Bundeskanzler Karl Nehammer forderte eine Stimmenthaltung Österreichs bei der geplanten Abstimmung, denn die Bundesländer haben sich geschlossen gegen den Gesetzesentwurf ausgesprochen. Laut Auffassung des Bundeskanzlers sei die Zustimmung der Ministerin „rechtswidrig“. Er habe den EU-Ratspräsidenten darüber informiert. Es soll eine Nichtigkeitsklage beim EuGH geben, heißt es.

    „Klimaministerin Gewessler will aus ideologischen Gründen mit der Brechstange für ein Gesetz stimmen, dass eine Flut an Überregulierungen und Doppelgleisigkeiten für unser Land bringen wird. Eine so weitläufige politische Entscheidung ohne Abstimmung mit den Bundesländern und innerhalb der Bundesregierung zu treffen ist nicht nur verantwortungslos, sondern demokratiepolitisch gefährlich“, erklärt Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig.

    Die zahlreichen Vorleistungen der österreichischen Bauernfamilien mit ihrer angekündigten Zustimmung zum Renaturierungsgesetz vollends ignorieren zu wollen, sei ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen, erklärt Bauernbundpräsident Georg Strasser: „Eine gute Überschrift macht nicht gleich ein gutes Gesetz. Die Bäuerinnen und Bauern sind die ersten Klima- und Umweltschützer, und das nicht erst seit gestern, sondern schon seit Jahren. Die Landwirtschaft kann Umweltschutz und setzt das auch Tag für Tag um. Wir brauchen keine neuen Regulierungen aus Brüssel, die uns vorschreiben, wie wir zu arbeiten haben. Die einzigen Nutznießer dieser Regulierung sind große agrarische Exportländer, die künftig ihre klimaschädlichen Produkte in die EU liefern können, weil wir uns selbst zu Tode regulieren.“ von Roland Pittner

    ASP in Hessen bei Wildschweinen nachgewiesen

    Erstmals ist die ASP nun in Hessen nachgewiesen worden. Hausschweinebestände sind nicht betroffen.

    Die Afrikanische Schweinepest (ASP)) zieht in Deutschland weiter Kreise. Jetzt wurde das Virus erstmals in Hessen nachgewiesen. Betroffen ist laut Hessenschau ein Wildschwein, das südlich von Rüsselsheim erlegt worden war. Nach der A-Probe fiel auch die B-Probe positiv aus.

    Restriktionszone eingerichtet

    In einem Radius von 15 km um den Fundort ist eine Restriktionszone eingerichtet worden, so das Hessische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium. Hier herrscht ein striktes Jagdverbot. In der Restriktionszone liegen gleich mehrere Landkreise. Dazu zählen der Mai-Taunus-Kreis sowie die Landkreise Darmstadt-Dieburg und Offenbach. Auch die Stadtgebiete von Frankfurt am Main und Wiesbaden sind betroffen.

    Landwirte gegen Fabrik für Wasserstoff: Angst um Wasserversorgung

    Eine große Wasserstofffabrik im Burgenland erhitzt die Gemüter. Landwirte fürchten um ihren Ruf, der Versorger beschwichtigt.

    Im Burgenland ist eine große Wasserstoffanlage geplant, aber die Landwirte sind dagegen. Das Energieunternehmen Verbund plant gemeinsam mit Burgenland Energie eine Elektrolyseanlage zur Gewinnung von Wasserstoff im Burgenland. Dafür soll ausschließlich Strom aus Wind und PV eingesetzt werden. Wie mehrere Medien berichteten, ist die ÖVP gegen das Projekt. Die Region stehe noch stark unter dem Eindruck der Dürreperiode und Wasserknappheit vor zwei Jahren, wird ÖVP-Klubobmann Markus Ulram vom „Standard“ zitiert.

    Das eher feuchte Frühjahr hat dazu geführt, dass der Neusiedler See gut gefüllt und der Grundwasserkörper gut gefüllt sind. Bei einer längeren Hitzeperiode könnte das Wasser aber wieder knapp und die Bauern dann kritisiert werden, dass sie ihre Felder beregnen. Eine Elektrolyseanlage würde jedoch zusätzlich Wasser verbrauchen, lautet die Argumentation.

    Wie Burgenland Energie mitteilte, habe das Projekt keinerlei Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel und die Wasserversorgung in der Region von Zurndorf, wo die Anlage errichtet werden soll. Man benötige nicht mehr als ein offizieller Feldbrunnen, von denen es rund 6000 im Umfeld gebe. Die positiven Aspekte würden bei weitem überwiegen: So dient Wasserstoff als Speichermedium für Solar- und Windstrom, der nicht sofort verbraucht werden kann. Er gilt deshalb als Königsweg, um die Energiewende voranzutreiben.

    So wie immer- sind europäische Agrarexporte nach China in Gefahr?

    EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge könnten den Agrarhandel gefährden. Das lanciert die chinesische Staatspresse und beunruhigt Landwirte. Der französische Bauernpräsident ist „sehr besorgt“.

    Auf aus China importierte Elektroautos wird die EU künftig Einfuhrzölle von bis zu 38 % erheben. Das meldete die EU-Kommission am Mittwoch und löste damit einen Handelsstreit mit der Volksrepublik aus.

    Die chinesische Regierung lies das nicht auf sich sitzen, ein Sprecher sprach am Montag davon, dass die EU-Zölle die „Marktwirtschaft und internationale Handelsregeln verletzen“. Die EU-Kommission untersuchte die chinesische Wertschöpfungskette für Elektroautos.

    Sie kam zu dem Schluss, dass Hersteller von E-Autos „in China von unfairen Subventionen profitieren, wodurch Hersteller in der EU der Gefahr eines wirtschaftlichen Schadens ausgesetzt sind.“

    Die von der kommunistischen Partei kontrollierte Tageszeitung Global Times lancierte daraufhin, dass eine ganze Reihe chinesischer Unternehmen prüfe, ob die EU Dumping bei Milchprodukten und Schweinefleisch betreibe. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete die Nachricht ebenfalls.

    Das könnte Einfuhrzölle für solche Produkte in China zur Folge haben und die europäischen Milch- und Schweinefleischerzeuger hart treffen. Allein 2023 exportierten EU-Erzeuger Milchprodukte in Schweinefleisch im Wert von gut 7 Milliarden Euro nach China, zeigen Daten der chinesischen Zollbehörde.

    Der Präsident von Frankreichs größtem Bauernverband FNSEA, Arnaud Rosseau, sagte am Mittwoch gegenüber Reuters: „Wir sind sehr besorgt. Wenn wir mit bestimmten Ländern nicht handeln können, gibt das sehr schnell Probleme.“

    Offizielle chinesische Stellen haben noch keine Vergeltungsmaßnahmen für die die EU-Zölle verkündet. Denkbar wären jedoch Importzölle für Verbrenner mit großen Hubraum oder eben Zölle auf Agrarprodukte. von Konstain Kockerlos

    Schweineabsatz recht müde

    Laut Österreichischer Schweinebörse normalisierte sich das Marktgeschehen nach
    mehreren aufeinanderfolgenden Feiertagswochen wieder. Der Rückstau wurde bis zum
    Ende der Berichtswoche gänzlich abgearbeitet. In der Fleischbranche gab man sich
    allerdings noch zurückhaltend. „Das Bestellwesen ist immer noch müde“, meinte ein Ab-
    nehmer an der Schweinebörse und verwies auf das wechselhafte und grillunfreundliche
    Wetter.
    Die Mastschweine-Notierung bleibt im Zeitraum 13. bis 19. Juni unverändert bei EUR 2,26
    je kg.
    Steigendes Ferkelangebot
    Der österreichische Ferkelmarkt war weiterhin knapp versorgt, Angebot und Nachfrage
    näherten sich jedoch an. Die Notierung bleibt in der 24. Kalenderwoche unverändert bei
    EUR 4,30 je kg.
    Europaweit nahm das Angebot etwas zu und lag damit auf ähnlichem Niveau wie die
    Nachfrage oder darüber. Dementsprechend entwickelten sich die Notierungen seitwärts
    bis leicht sinkend.
    EU-Schweinemarkt: Warten auf Nachfragebelebung hält an
    Das Angebot an schlachtreifen Schweinen ging in fast allen EU-Mitgliedsländern zurück.
    Neben den Stückzahlen sanken auch die Durchschnittsgewichte. Dennoch blieben die für
    Juni erhofften Preisanstiege bisher aus. Der Fleischmarkt lieferte nicht die erwarteten
    Impulse. Aufgrund der unbeständigen und zu kühlen Witterung kam die Grillsaison noch
    nicht in Schwung. Höhere Schweinepreise lehnte die Schlachtbranche daher vehement
    ab. Die meisten Notierungen blieben folglich unverändert, nur in Spanien gab es einen
    minimalen Anstieg. In Italien zeigte der Trend dagegen weiter leicht nach unten. Neben
    der Afrikanischen Schweinepest war die schwache Fleischnachfrage dafür verantwortlich.

    USA: Die Erzeugerpreise in Iowa sind leicht auf 1,81 €/kg gefallen. Auch die Teilstückpreise gaben nach. Die Kühlhausbestände sind im Vergleich zum Vormonat um 8 % gestiegen. Die US-Exporte werden durch den gestiegenen Dollarkurs gebremst. Die Schlachtzahlen sind leicht rückläufig. Für die Hauptgrillsaison Jul.-24 werden nur noch Börsenkurse von 1,89 €/kg gehandelt. Die Terminkurse für Dez. 2024 sind auf 1,58 €/kg gefallen. 

    Brasilien: Die Durchschnittspreise sind wieder auf 1,53 €/kg gestiegen. Produktionsausfälle infolge der Überschwemmungen in Rio Grande do Sul (Südostbrasilien) beeinträchtigen das Fleischangebot für das Inlands- und Auslandsgeschäft. Der Real hat weiter an Kaufkraft verloren.

    Russland: Die Durchschnittsnotierungen sind auf 1,64 €/kg zurückgegangen. Der Rubelkurs bleibt mit 95,76 Rubel = 1 € relativ stabil. Der Export nach China hält sich in engen Grenzen. Die Erwartungen an Exportsteigerungen bleiben vorerst unbeirrt hoch.

    China: Die Notierungen für Schweinefleisch sind kräftig auf umgerechnet 2,84 €/kg gestiegen. Der vorangegangene Abbau der Schweinebestände führt zu einer spürbaren Verknappung des Inlandsangebotes. Für den Liefermonat Nov. 24 werden an der Dalian Börse leicht reduzierte Preise von 3,09 €/kg gehandelt. Nach dem Jahreswechsel 2024/25 sinken die Notierungen auf 3 €/kg.

    Agrardieselpaket soll im Dezember ausbezahlt werden

    Für uns Landwirte in Österreich sollen die Maßnahmen insgesamt 37,5 Cent pro Liter Diesel geben, wie Bauernbundpräsident Georg Strasser erklärt.

    Am 13. Juni wird im Nationalrat über ein Agrardieselpaket für die Landwirtschaft diskutiert. Bereits vorab hat sich eine breite Mehrheit im Budgetausschuss für den Vorschlag der Regierungsparteien ausgesprochen. „Ich danke allen, die uns dabei helfen, die Bauern zu unterstützen“, sagt ÖVP-Agrarsprecher Georg Strasser. Die Agrardieselvergütung wird verlängert und die CO2-Bepreisung sowie ein Bodenbewirtschaftungsbeitrag werden rückerstattet. Insgesamt gibt es 37,5 Cent pro Liter Diesel zurück. Die Auszahlung soll im Dezember erfolgen.

    Strasser stellt klar, dass diese Entlastungsmaßnahme notwendig ist, weil Dieseleinsatz in der Landwirtschaft alternativlos ist: „Ohne Treibstoff können wir unsere Maschinen nicht betreiben, unsere Felder nicht bestellen und die Ernte nicht einbringen. Wenn die Kosten steigen, können wir nicht den Verbrauch reduzieren.

    Bereits jetzt arbeiten die österreichischen Bäuerinnen und Bauern so effizient als möglich, ein Verzicht auf solche notwendigen Betriebsmittel ist schlichtweg unrealistisch. Daher dürfen wir diese Diskussion auch nicht mit ideologischen Scheuklappen führen, sondern müssen jetzt dort unterstützen, wo Unterstützung gefragt ist. Danke an Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Bundeskanzler Karl Nehammer für ihren Einsatz im Sinne der Land- und Forstwirtschaft.“

    Strasser sagt auch, dass es um die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit geht. Denn die Preise schwanken, die Kosten für Betriebsmittel sind hoch, der Klimawandel macht den Bauern zu schaffen und sie müssen sich gegen härtere Konkurrenz behaupten. Andere Bauern in Europa zahlen weniger für Treibstoff. Mit dem Agrardieselpaket sorgen wir dafür, dass es weiterhin gute Lebensmittel gibt. von Roland Pittner

    Nach ASP-Ausbruch in Deutschland: Weißenfels und Perleberg stoppen Schlachtungen

    Weil der betroffene Mastbetrieb kurz vorher noch Schweine an Weißenfels geliefert hat, setzt Tönnies die Produktion vorerst aus. Auch der Schlachthof des Fleischcenter Perleberg ist betroffen.

    Der Schweinemastbetrieb im Landkreis Vorpommern-Greifswald, in dem sich Schweine mit dem ASP-Virus infiziert haben, hat am Mittwoch noch Tiere an den Schlachthof Weißenfels von Tönnies geliefert. Als Konsequenz hat Tönnies seit Mittwochabend die Produktion dort gestoppt.

    Laut einem Sprecher von Tönnies wurden die Schweine in Weißenfels geschlachtet, bevor der ASP-Verdacht erhoben wurde. Nach Meldung des Verdachtsfalls wurden die geschlachteten Tiere ordnungsgemäß separiert. Eine ASP-Infektion oder andere Auffälligkeiten wurden bei diesen Tieren im Rahmen der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung bislang nicht nachgewiesen. Das Fleisch dieser Schweine wurde dennoch nicht in den Handel gebracht.

    Weiterhin unklar ist, wie das Virus in den Schweinemastbetrieb eingetragen wurde. Die Ferkel seien bereits Mitte März eingestallt worden und stammen aus einem zum gleichen Betrieb gehörenden Standort im Landkreis Rostock. Das zuständige Veterinäramt wurde umgehend involviert und überwache den Tierbestand nun intensiv. Bislang sei jedoch alles unauffällig, so Vogel.

    Außerdem sei nach derzeitigem Stand nur eine einzige Bucht in dem Mastbetrieb von der ASP-Infektion betroffen gewesen. „Wir gehen deshalb davon aus, dass es dort einen Punkteintrag gegeben hat“, erklärt Dr. Vogel. Aktuell laufe die Tötung des Schweinebestands und eine Desinfektion der Stallungen durch eine professionelles Unternehmen.

    Im Nachgang sollen Blutproben von den getöteten Tieren genommen und analysiert werden. „Dadurch wollen wir erfahren, wie weit sich das Virus tatsächlich im Bestand ausgebreitet hat und können hoffentlich weitere Rückschlüsse auf den Eintrag ziehen“, so Vogel. Die Kadaver werden anschließend unter hohen Hygieneauflagen durch ein Tierkörperbeseitigungsunternehmen entsorgt.

    Von einem Eintrag über Wildschweine geht der Veterinär derzeit nicht aus. Das Infektionsgeschehen in der Schwarzwildpopulation werde intensiv überwacht und gebe derzeit keinen Hinweis auf ein Ausbruchsgeschehen. Dennoch wolle man in den nächsten Tagen das Gebiet rund um den Ausbruchsbetrieb mit Drohnen auf infizierte Wildschweine absuchen, um diesen Eintragsweg gänzlich ausschließen zu können.

    Am Donnerstag wurden um den betroffenen Betrieb eine 3 km Schutz- und eine 10 km Überwachungszone eingerichtet. Laut Dr. Vogel befinden sich in dem betroffenen Gebiet neben dem Ausbruchsbetrieb mit 3.500 Schweinen 66 weitere Schweinehalter, die insgesamt knapp 500 Schweine halten.

    Dieser Pilz hilft bei einem riesigen Problem – ein Glücksfall

    Lichtblick aus der Wissenschaft: Ein Meeresorganismus könnte zur Lösung eines globalen Umweltproblems beitragen.

    Wissenschaftler haben einen Pilz im Meer entdeckt, der Plastikmüll abbauen kann. Er könnte einen Beitrag zur Lösung eines großen Problems leisten: Parengyodontium album, wie der Organismus genannt wird, frisst sich durch den großen Müllstrudel im Nordpazifik.

    Das Forscherteam aus mehreren europäischen Ländern stieß 2019 bei der Untersuchung von Müllproben auf den Organismus und erforschte ihn daraufhin im Labor. Nun wurde eine Studie des Royal Netherlands Institute for Sea Research in der Zeitschrift „Science of the Total Environment“ mit Forschungsergebnissen veröffentlicht. Darin wird der Meerespilz als eine von bisher nur vier bekannten Arten, die Kunststoffe zersetzen können, beschrieben.

    P. album hat sich demnach auf Polyethylen spezialisiert, ein Kunststoff, der in besonders in umweltschädigenden Konsumwaren wie Wasserflaschen und Tüten verwendet wird. Die Forscher stellten jedoch fest, dass das Plastik den UV-Strahlen des Sonnenlichts ausgesetzt sein muss, damit der Pilz es abbauen und als Energiequelle nutzen kann.

    „Im Labor baut P. album nur Polyethylen ab, das zumindest für eine kurze Zeit dem UV-Licht ausgesetzt war. Das bedeutet, dass der Pilz im Meer nur Plastik abbauen kann, das zunächst in der Nähe der Oberfläche schwimmt“, schrieb Annika Vaksmaa vom Royal Netherlands Institute for Sea Research in einer Mitteilung. „Es war bereits bekannt, dass UV-Licht Plastik selbst mechanisch abbaut, aber unsere Ergebnisse zeigen, dass es auch den biologischen Plastikabbau durch Meerespilze erleichtert.“

    Die Entdeckung ist ein Lichtblick für die Wissenschaft, stellt aber kein sofortiges Allheilmittel im Kampf gegen die Plastikverschmutzung der Weltmeere dar. Im Labor konnte der Pilz nur 0,05 Prozent eines UV-behandelten Plastikstücks pro Tag zersetzen – ein langsamer Prozess.

    Ein weiterer möglicher Nachteil sei es, dass er während des Prozesses offenbar nicht viel von dem im Kunststoff (Polyethylen) enthaltenen Kohlenstoff verzehrt, sondern den größten Teil davon in Kohlendioxid umwandelt und das Treibhausgas wieder ausstößt.

    Die Forscher zeigten sich dennoch optimistisch. Der Ausstoß des schädlichen Kohlendioxids sei gering und entspreche ungefähr der Menge, die der Mensch auch beim Atmen freisetzt. Zudem vermuten sie, dass es weitere noch unentdeckte Organismen mit den gleichen Fähigkeiten wie dem Plastikfresser geben könnte.

    Der Mensch produziert jedes Jahr mehr als 400 Milliarden Kilogramm Plastik, die Menge soll sich bis zum Jahr 2060 mindestens verdreifachen. Ein Großteil des Plastikmülls landet im Meer.

    Getreidepreise stürzen heftig ab – Marktschock für Getreidebauern

    Die Weizenpreise fallen am Freitag heftig. Der MATIF-Weizen stürzt um 8 Euro ab. In den USA fallen die Weizenpreise zweistellig. Ganz klar sind die Ursachen nicht. Fakt ist jedoch: Offenbar nimmt der Markt die bisherigen Risikoprämien aus den Preisen.

    Die Weizenpreise brechen am Freitag regelrecht ein. Der vordere Septembertermin (neue Ernte) verliert im laufenden Handel an der MATIF über 8 Euro und stürzt auf 243 Euro je Tonne nach unten.  Ein Preissturz von 26 Euro bzw. 10 % in nur 9 Tagen! Der nachfolgende Dezembertermin gibt an der MATIF um 6,50 Euro nach und fällt auf 251,50 Euro je Tonne .

    Auch die Maispreise stehen mächtig unter Druck und geben für den Augusttermin (alte Ernte) um 4 Euro auf 218,75 Euro nach. Die neue Maisernte (November) verliert 4,50 Euro auf 217 Euro je Tonne. 

    Und auch die Rapspreise fallen am Freitag weit unter die 470-Euro-Marke zurück.

    ASP-Verdacht in Schweinemastbetrieb in Vorpommern-Greifswald bestätigt

    Das Friedrich-Loeffler-Institut hat den Ausbruch einer ASP-Infektion in einem Schweinemastbetrieb im Landkreis Vorpommern-Greifswald bestätigt. Die Seuchenbekämpfungsmaßnahmen werden seit Mittwoch eng zwischen dem Landeskrisenzentrum und dem zuständigen Landkreis abgestimmt.

    Betroffener Schweinemastbetrieb liegt bei Pasewalk

    Laut einer Pressemitteilung des Landkreises Vorpommern-Greifswald, handelt es sich bei dem betroffenen Schweinemastbetrieb um einen Betrieb mit 3.500 Tieren in der Nähe von Pasewalk. Das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt hat den Betrieb amtlich gesperrt und tierseuchenrechtliche Maßnahmen eingeleitet. So besteht für den Betrieb nur noch ein äußerst eingeschränkter Personenverkehr, etwa zu Futterzwecken. Außerdem wurden Desinfektionsmaßnahmen im und um den Betrieb umgesetzt. Die rund 3500 Tiere des Bestandes werden gemäß Tierschutz-Schlachtverordnung tierschutzgerecht getötet und unschädlich beseitigt.

    Derzeit gibt es keine Hinweise auf ein Seuchengeschehen im Schwarzwildbestand. Nach gegenwärtigen Erkenntnissen erstreckt sich die Ausbreitung punktuell auf den Hausschweinbestand. Weitere Untersuchungen werden nun durchgeführt, etwa um mögliche Tierbewegungen nachverfolgen zu können.

    Der Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Landkreises, Amtstierarzt Dr. Holger Vogel: “Der Landkreis nimmt den Fall sehr ernst und arbeitet mit dem Landwirtschaftsministerium eng und abgestimmt zusammen. Es gilt nun, die Ausbreitung einzudämmen und möglichst zu verhindern. Ebenso sind das Tierleid und mögliche wirtschaftliche Schäden zu minimieren“, so Dr. Vogel.

    Kurzfristiger Rückstau bei Schweinen

    Die Österreichischer Schweinebörse bewertete die Lage auf dem Lebendmarkt als „über-
    schaubar“. Schon in der Pfingstwoche wurden Anzeichen eines beginnenden Rückstaus
    sichtbar, der sich durch den Feiertag Fronleichnam noch spürbar verstärkte. In Anbetracht
    der nun wieder vollen Arbeitswochen dürfte sich der Angebotsüberhang aber rasch auf-
    lösen. An der Schweinebörse entsprach das Angebot inklusive Rückstaumenge dem
    Interesse der Abnehmer.

    Auf dem österreichischen Ferkelmarkt mussten die Mästerinnen und Mäster nach wie vor
    mit Wartezeiten in der Vermittlung rechnen. Diese fielen aber inzwischen deutlich kürzer
    aus als noch vor einigen Wochen. Die Notierung bleibt in der 23. Kalenderwoche unver-
    ändert bei EUR 4,30 je kg.
    Europaweit übertraf das Angebot in vielen Ländern bereits die Nachfrage. Folglich gaben
    die Notierungen mehrheitlich nach. In Deutschland herrschten dagegen weiterhin ausge-
    glichene Verhältnisse. Wie in Dänemark blieben die Preise konstant.

    In den bedeutenden Produktionsländern nahmen die Diskussionen über die Möglichkeit
    von Preisanhebungen zu. Da mehrere vollständige Schlachtwochen anstehen und das
    Angebot eher sinkt als wächst, dürfte der Lebendmarkt bald unterversorgt sein. Erste An-
    zeichen dafür gab es bereits. Teilweise wurden noch die Angebotsüberhänge der letzten
    Feiertage abgebaut. Vorerst blieben fast alle Notierungen unverändert. Noch reichten die
    Impulse vom Fleischhandel nicht für Anstiege.
    In Deutschland ist der Schweinemarkt zweigeteilt: Während im Nordwesten das sinkende
    Angebot die Nachfrage teilweise nur knapp decken kann, leidet der Handel im Süden
    unter dem Hochwasser. Aufgrund des unbeständigen Wetters bleibt die Grillsaison bisher
    unter den Erwartungen. Eine Belebung des Fleischmarktes durch die bevorstehende
    Fußball-Europameisterschaft ist noch nicht spürbar.

      20.000 Besitzer von Photovoltaik-Anlagen gekündigt: Das ist der Grund

      Die Energie AG Oberösterreich kündigt 20.000 Kunden ihre PV-Einspeiseverträge. Stattdessen will sie ein neues Tarifmodell einführen.

      Die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Strom wurde in Oberösterreich um 80 Prozent gekappt. Der künftige Tarif soll sich am Referenzmarkt orientieren.

      Bisher garantierte die Energy AG (EAG) Besitzern von PV-Anlagen mindestens 15,73 Cent/kWh – Damit ist jetzt allerdings Schluss. Dieser Schritt ist eine Reaktion auf den starken Anstieg der Photovoltaikanlagen, der seit dem Beginn des Ukraine-Konflikts zu beobachten ist, so Efahrer, Viele Haushalte und Unternehmen haben dank der geopolitischen Lage und attraktiver Förderungen in Photovoltaikanlagen investiert, was zu einer Überlastung der Stromnetze geführt hat. Seit Anfang 2023 wurden im Netzgebiet der EAG monatlich etwa 3.000 neue Anlagen installiert.

      Mit dem neuen Tarifmodell „Team Sonne Loyal Float“ wird die Vergütung an den monatlichen Referenzmarktwert angepasst. Im April hätten die Kunden nur noch 3,12 Cent/kWh erhalten, deutlich weniger als die bisher garantierten 15,73 Cent/kWh. Der Tarif ist nach unten bei zwei Cent gedeckelt, sofern die Kunden auch Strom von der Energie AG beziehen.

      Robert Tichler, ein Energieexperte der Johannes-Kepler-Universität in Linz, sieht in dieser Entscheidung das Ende der hohen Gewinne im Photovoltaik-Sektor. Laut ihm hatten einige Betreiber bisher übermäßig hohe Einnahmen, aber er glaubt, dass sich Investitionen in Photovoltaikanlagen weiterhin lohnen, wenn auch über einen längeren Zeitraum von etwa 15 Jahren. Dies sei angesichts der durchschnittlichen Lebensdauer von 25 Jahren vertretbar.

      Die Entscheidung der EAG, auf ein marktorientiertes Modell umzustellen, wird jedoch kritisch betrachtet. Kunden haben ihre Investitionen auf Basis langfristig garantierter Einspeisevergütungen getätigt. Eine moderate Anpassung der Tarife könnte eine bessere Lösung gewesen sein, um die Netzstabilität zu sichern und gleichzeitig den Betreibern von Photovoltaikanlagen Planungssicherheit zu bieten.

      In Deutschland wäre eine solche Kündigung bestehender Einspeiseverträge durch den Netzbetreiber nicht möglich, da hier die Einspeisevergütung für 20 Jahre garantiert ist. Dennoch sinken auch in Deutschland die Fördersätze für neue Anlagen kontinuierlich und liegen aktuell bei etwa 7 bis 8 Cent/kWh. Deshalb sollten sich Hausbesitzer vor einer Investition gründlich über die aktuellen Konditionen informieren.