Autor: Hannes Kulterer

Stagnation bei EU-Plänen zur Lebensmittelvorratshaltung

Christophe Hansen, der EU-Agrarkommissar, berichtet von Stillstand bei den Bemühungen, eine EU-weite koordinierte Vorratshaltung von Nahrungsmitteln zur Krisenvorsorge zu etablieren. Innerhalb des Europäischen Krisenvorsorge- und Reaktionsmechanismus für Ernährungssicherheit (EFSCM) wurde das Thema der Nahrungsmittelreserven bereits mehrfach aufgegriffen, doch konkrete Übereinkünfte blieben bislang aus. Für das laufende Jahr hat die Kommission jedoch das Ziel, den möglichen Bedarf weiter zu analysieren, wie es auch die Empfehlungen des Strategischen Dialogs zur Zukunft der europäischen Landwirtschaft nahelegen.

Auf Nachfrage zur Anpassung der WTO-Regeln bezüglich der Vorratshaltung erklärte Hansen, dass die öffentliche Lagerung von Nahrungsmitteln für Ernährungssicherungsprogramme grundsätzlich erlaubt sei, solange die Vorräte zu Marktpreisen beschafft und wieder abgegeben werden.

Im Oktober legte der ehemalige finnische Staatspräsident Sauli Niinistö einen Bericht zur Krisenvorsorge vor, den er im Auftrag von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erstellt hatte. Er sprach sich darin für eine verstärkte Lagerhaltung von Lebensmitteln aus und verwies auf Finnland und die Schweiz als vorbildliche Beispiele. Besonders Finnland wird sowohl innerhalb der EU als auch global als führend in der Krisenvorsorge angesehen.

Für immer jung -Fasten als Jungbrunnen

Dem Körper etwas Gutes tun: Ein häufiger guter Vorsatz für das neue Jahr. Das Fasten könnte eine Möglichkeit sein. Wir stellen verschiedene Formen des Fastens vor.

Nach Neujahr wollen viele Menschen ihre guten Vorsätze umsetzen und sind motiviert, dem Körper etwas Gutes zu tun. Sich gesünder ernähren, mehr Sport treiben oder abnehmen: Das haben sich Viele vorgenommen. Und um abzunehmen, versuchen die meisten eine Diät, oder probieren es mit Fasten, das seit Kurzem wieder im Trend liegt. Eine dauerhafte Ernährungsumstellung ziehen nur wenige in Erwägung, denn man will ja schnell das Wunschgewicht erreichen.

Wer den übertriebenen Versprechen verschiedener Diäten glaubt und einseitige oder absurde Ernährungsregeln befolgt, tut dem Körper nichts Gutes. Von der Sauerkraut-Diät über die Hollywood-Diät bis hin zur Zitronensaft-Kur, die Erwartungshaltung der Diätwilligen ist groß. Der Erfolg ist aber meist zweifelhaft.

Zwar nimmt man am Anfang einiger Diäten kurzfristig rasch ab, jedoch sind Heißhungerattacken programmiert und die mühsam heruntergehungerten Kilos sind schnell wieder auf den Hüften (Jo-Jo-Effekt). Durch Diäten riskiert man Mangelerscheinungen oder gesundheitliche Folgen.

Wer über Monate hinweg durch zu fett- und zuckerhaltige Lebensmittel und zu wenig Sport zunimmt, darf nicht erwarten, in nur wenigen Tagen alle Sünden ungeschehen zu machen. Denn richtig abnehmen funktioniert nur durch Ernährungsumstellung und viel Bewegung. Andere probieren es mit Fasten, um einige Kilos weniger zu wiegen. Doch auch hier gibt es unterschiedliche Formen, und Fasten bedeutet nicht einfach, von heute auf morgen eine Zeit lang nichts zu essen und dann ist alles wieder gut.

Schon immer wurde gefastet, oft aus religiösen Gründen, wie in der Fastenzeit im Christentum oder im Ramadan im Islam. Kaum eine Weltreligion kommt ohne Fastenzeit aus, in der sich Körper und Geist reinigen sollen. Aber nicht nur das. Fasten soll den Körper gesünder machen. Bereits in der Antike wurde bei verschiedenen Krankheiten gefastet, wie bei Rheuma oder Epilepsie. Nicht das Abnehmen, sondern das Reinigen und Heilen stand dabei immer im Vordergrund.

Für den Körper ist es kein Problem, einen längeren Zeitraum ohne Nahrung auszukommen. Der Mensch hätte nicht überlebt, wenn er das nicht könnte, denn nicht immer gab es so viele Lebensmittel im Überfluss wie heute. Nur waren es früher einfach Notzeiten, die der Körper überleben musste und er nutzte dabei die eigenen Fettreserven.

Heute wird unterschiedlich gefastet: Heilfasten, Saftfasten oder dem kompletten Verzicht auf Kalorien außer Wasser. Seit Kurzem ist das Intervallfasten populär geworden, aber nicht alle Formen sind für jeden geeignet. Kranke Personen sollten ihre Absicht zu fasten unbedingt mit dem Arzt absprechen, eine gründliche Untersuchung davor ist zu empfehlen.

Zu empfehlen sind das klassische Heilfasten, entweder nach Otto Buchinger oder F. X. Mayr, das modifizierte Fasten, und das Intervallfasten.

Die Milch-Semmel-Kur nach Mayr ist vielen ein Begriff und soll in erster Linie den Darm reinigen und sanieren. Wie der Name schon sagt, werden dem Körper in dieser Zeit neben Tee nur Milch und Semmeln zugeführt. Die Kur dauert meist zwei bis vier Wochen.

Heilfasten nach Otto Buchinger ist eine reine Trinkkur und gehört zu den ältesten Methoden. Zuerst soll der Körper langsam an eine geringere Nahrungsaufnahme herangeführt werden. Dazu stehen einige Tage lang Obst, Gemüse, Kartoffeln, Topfen, Müsli und Rohkost am Speiseplan, bevor mindestens fünf Tage lang keine festen Nahrungsmittel gegessen werden dürfen. Die etwa 300 kcal pro Tag werden mit Tees, Gemüse- oder Fruchtsäften und klarer Gemüsesuppe aufgenommen. Dazu wird viel Flüssigkeit in Form von Wasser empfohlen, das langsam und bewusst getrunken wird. Nach dem Fasten wird der Körper wieder nach und nach an feste Nahrung gewöhnt.

Tatsächlich essen wir zu viel und snacken zu oft. Die Essenspausen tun dem Körper gut, denn sie sind eine Art Ausgleich dafür. von Anja Rose

EU-Schweineschlachtungen leicht angestiegen

Nach dem Bestandsabbau in den Vorjahren hat sich der europäische Schlachtschweinemarkt 2024 stabilisiert. Laut Eurostat nahm die Zahl der Schweineschlachtungen in der EU bis einschließlich Oktober um 1,2% zu. Besonders deutlich erhöhten sich diese in Osteuropa. Der EU-Schweinefleischexport ging bis einschließlich September nur noch leicht zurück, nachdem er in den Vorjahren teils sehr kräftig gesunken war, berichtet Agra Europe.

In der Europäischen Union sind im vergangenen Jahr wieder mehr Schweine geschlachtet worden. Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) wurden im Zeitraum Januar bis Oktober 2024 den Schlachthöfen in der Gemeinschaft 1,2% mehr Schweine angeliefert als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Bezogen auf die Produktionsmenge nahmen die Anlieferungen um 2,4% zu.

Besonders stark wuchs die Zahl der geschlachteten Schweine in Mittel- und Osteuropa. In Rumänien betrug das Plus 7,4%, in Ungarn 6,9%. Zwischen 6,0% und 6,5% wuchs das Aufkommen in Tschechien, Kroatien und Polen. Für Deutschland und Spanien, die beiden größten Erzeugerländer, meldet Eurostat eine Zunahme um 1,4% und 1,0%. Dagegen ging die Schlachtzahl in Dänemark um 4,1% zurück, in den Niederlanden sogar um 5,3%.

Derweil haben sich die EU-Schweinefleischexporte 2024 stabilisiert, nachdem dieser nach dem Rekordjahr 2020 stetig und deutlich gesunken ist, nämlich von fast 6,4 Mio. auf 4,25 Mio. Tonnen im Jahr 2023. Im vorigen Jahr wurden bis einschließlich September 3,16 Mio. Tonnen Schweinefleisch in Drittstaaten verkauft, 0,5% weniger als in der Vorjahresperiode. China und das Vereinigte Königreich waren die wichtigsten Abnehmer mit 830.000 und 629.000 Tonnen. Im Rekordjahr 2020 hatte die Volksrepublik allein gut 3,3 Mio. Tonnen Schweinefleisch aus der EU bezogen.

Rückblick auf den globalen Schweinemarkt 2024

Der Bericht zeigt, dass die weltweite Produktion von Schweinefleisch leicht um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Dieser Rückgang ist vor allem auf Maßnahmen in China zurückzuführen, wo die Produktion bewusst gedrosselt wurde, um die Rentabilität zu erhöhen. Jedoch wurde dieser Rückgang durch eine Zunahme der Produktion in anderen Ländern, insbesondere in den USA, ausgeglichen.

Die Produktion von Schweinefleisch in der EU-27 wird für das Jahr 2024 auf 20,8 Millionen Tonnen geschätzt, was einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr entspricht. Für 2025 wird mit einer stabilen Produktionsmenge gerechnet. Spanien ist der größte Exporteur von Schweinefleisch innerhalb der EU und steht für 24 Prozent der Produktion, gefolgt von Deutschland mit 20 Prozent. In Deutschland hat sich die Schweinefleischerzeugung nach einem signifikanten Rückgang in den letzten Jahren stabilisiert und ist im Jahr 2024 aufgrund eines leicht gestiegenen Schweinebestands leicht angestiegen. Trotz der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation vieler Schweinehalter wird für 2025 ein moderater Produktionsrückgang erwartet.

In China ist gleichzeitig ein Rückgang im Schweinefleischverbrauch zu verzeichnen, während in der Europäischen Union der Verbrauch weitgehend stabil blieb. In Ländern wie den USA, Russland, Mexiko, Südkorea und Vietnam wird hingegen ein Anstieg des Verbrauchs erwartet. Die Nachfrage Chinas nach Importen von Schweinefleisch hat sich aufgrund der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, die die Produktion in China und anderen asiatischen Ländern stark beeinträchtigt hat, verringert. Die Produktion in China erreichte 2020 mit 36,3 Millionen Tonnen einen Tiefstand und die Prognosen für die Jahre 2023 und 2024 liegen bei 57,9 bzw. 56,8 Millionen Tonnen. Für 2025 wird eine weitere Reduzierung auf 55,0 Millionen Tonnen erwartet. Der Bedarf an Importen wird voraussichtlich in den Jahren 2024 und 2025 auf 1,3 bis 1,4 Millionen Tonnen zurückgehen, im Vergleich zu 1,9 Millionen Tonnen in 2023 und 5,3 Millionen Tonnen im Jahr 2020.

Die EU-Exporte von Schweinefleisch blieben in den ersten neun Monaten des Jahres 2024 stabil. China bleibt der größte Abnehmer von EU-Schweinefleisch, während die steigenden Exporte nach Südkorea, den Philippinen, den USA und Vietnam den leichten Rückgang der Exporte nach China ausgleichen. Es bleibt unklar, welche Auswirkungen der aktuelle Handelsstreit zwischen der EU und China auf den Markt haben wird. Die deutschen Ausfuhren von Schweinefleisch in Drittländer stiegen im Zeitraum von Januar bis September um 12 Prozent, obwohl sie immer noch weniger als 10 Prozent der EU-Exporte ausmachen. Die geltenden Handelsbeschränkungen aufgrund der Afrikanischen Schweinepest haben weiterhin eine einschränkende Wirkung auf die deutschen Exporte. 82 Prozent der deutschen Schweinefleischexporte gehen in EU-Partnerländer, die einen Rückgang von 4 Prozent verzeichneten. Insgesamt lagen die deutschen Exporte in den ersten neun Monaten des Jahres 2024 knapp unter dem Niveau des Vorjahres.

Spanien, Brasilien, Dänemark und die USA sind weiterhin die Hauptlieferländer für Schweinefleisch. Deutschland bleibt aufgrund des Exportstopps nach China seit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im September 2020 von den chinesischen Märkten ausgeschlossen. Experten zufolge ist das weltweite Handelsvolumen für Schweinefleisch im Jahr 2024 um 2 Prozent auf insgesamt 10,0 Millionen Tonnen gestiegen, was hauptsächlich auf gestiegene Exporte der USA, Kanadas und Brasiliens zurückzuführen ist, während die Exporte der EU deutlich gesunken sind. Die USA haben dabei die EU als zweitgrößten Exporteur überholt.

Sparpaket: Totschnig kürzt Waldfonds ?

Das Forstministerium schließt Kürzungen zu Lasten Landwirte aus. Der UBV hat umfangreiche Forderungen an die Verhandlungspartner überreicht.

Die Regierungsverhandlungen im Agrarbereich laufen auf Hochtouren. Ergebnisse lagen bis Redaktionsschluss Mitte der Woche nicht vor. Nachdem sich FPÖ und ÖVP auf ein Sparpaket über 6,3 Mrd. € geeinigt haben, gibt es erste Details, wie stark der Agrarhaushalt betroffen sein wird. Agrarminister Norbert Totschnig hatte Einsparungen von rund 65 Mio. € zugesagt. Jedes Ministerium soll einen Beitrag leisten, um die Budgetziele zu erreichen.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sollen 10 Mio. Euro von insgesamt 50 Mio. Euro aus dem Waldfonds gestrichen werden. Die weiteren 55 Mio. Euro sollen einmalig aus der Rücklage der ländlichen Entwicklung verwendet werden. Die Mittel aus den Rücklagen werden im Budgetvollzug wieder zurückfließen, sollte man sie benötigen, heißt es auf Nachfrage des Wochenblatts. Laut Ministerium kommt es mit diesen Beiträgen zu keinen direkten und spürbaren Kürzungen bei den Bäuerinnen und Bauern. Die genauen Details müssen die weiteren Regierungsverhandlungen zeigen.

Bauernbund-Präsident und ÖVP-Agrarsprecher Georg Strasser will dabei zentrale Pflöcke für die kleinstrukturierten, bäuerlichen Familienbetriebe einschlagen. Er fordert von der Politik Planungs- und Investitionssicherheit für Tierhalter. Es brauche somit eine angemessene und machbare Übergangsfrist bis zum Ende unstrukturierter Schweine-Vollspaltenbuchten.

Man sei bemüht, rasch eine neue Bundesregierung auf die Füße zu stellen, Zugeständnisse um jeden Preis gebe es jedoch keinesfalls, versichert Strasser.

Die ÖVP hat auch eine Forderungsliste des Unabhängigen Bauernverbands (UBV) in den Taschen, um die bäuerlichen Familienbetriebe abzusichern. Unter anderem soll die künftige Regierung das Anerbengesetz novellieren. Nach den UBV-Vorstellungen soll bei der Hofübergabe die Erbhofeigenschaft auch dann erhalten bleiben, wenn Nebeneinkünfte wie Einnahmen aus einer Fremdenpension, die auf dem Hof erreichtet wurde, mitgerechnet werden und den Ertrag aus der Landwirtschaft übersteigen. Damit ist laut UBV sichergestellt, dass der Hof nicht nach Ertrags-, Verkehrs- oder Einheitswert bewertet wird, sondern nach der Leistungsfähigkeit. Verkäufe von Grundstücke sollen damit vermieden werden.

Ebenso fordert der UBV, dass bei Entschädigungen im Falle von Enteignungen der politische Grundsatzbeschluss aufgehoben wird, wonach Landesverwaltungsgerichte zuständig sind. Der UBV fordert, dass weiter die Zivilgerichte zuständig bleiben. Gleichzeitig verlangt der Verband eine Ausgleichszahlung für die drohenden Mercosur-Importe aufgrund unterschiedlicher Produktionsstandards. Diese Zahlung soll verfassungsrechtlich abgesichert sein, und sich an die Inflation anpassen können.

Nach Auffassung von UBV-Präsident Karl Keplinger war die Sternfahrt nach Wien „enorm wichtig“. Dort übergaben die Organisatoren ein 42 Punkte umfassendes Forderungspapier unter anderem den Nationalratspräsidenten Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ). Ebenfalls wurden die Forderungen auch an Nationalrat Klaus Lindinger (ÖVP) übergeben. Er sicherte den Demonstranten zu, diese Forderungen an Klubobmann August Wöginger weiterzugeben. Interessant findet Keplinger, dass Manfred Muhr nun im Verhandlungsteam der FPÖ sitzt, obwohl er als Funktionär der Arbeitsgemeinschaft Österreich (AGÖ) seine Unabhängigkeit immer betonte. „Es wird sich zeigen, ob sich sein Mitwirken positiv auf die Anliegen der Bauern und deren Einkommen auswirkt“, meint Keplinger.

Der UBV wolle als „einzige unabhängige Bauernorganisation“ jetzt genau beobachten, was FPÖ und ÖVP für die Bauern zustande bringen, so der UBV-Präsident. von Josef Koch

Rückgang des US-Sojaexports nach China erreicht 17-Jahres-Tief

Laut Expertenberichten von Reuters machen Verkäufe von US-Sojabohnen an China aktuell nur 47% der Gesamtverkäufe aus, ein Tiefstand, der seit 17 Jahren nicht erreicht wurde – abgesehen von den Jahren der Handelskriege.

Im Jahr 2024 verringerte sich der Import von Sojabohnen aus den USA nach China um 5,7% auf 22,13 Millionen Tonnen. Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund zunehmender Sorgen um eine mögliche Wiederaufnahme des Handelskonflikts zwischen China und den USA zu sehen.

Brasilien behauptete seine Position als Hauptlieferant von Sojabohnen für China im Jahr 2024. Der Anteil der brasilianischen Sojaimporte stieg auf 71%, während der Anteil der US-Importe auf 21% sank. Die Lieferungen aus Brasilien stiegen um 6,7% auf 74,65 Millionen Tonnen. Der Import von Sojabohnen aus Argentinien hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt und erreichte im Jahr 2024 eine Menge von 4,1 Millionen Tonnen.

Insgesamt importierte China im Jahr 2024 eine Rekordmenge von 105,03 Millionen Tonnen Sojabohnen, wie aus Daten der chinesischen Zollbehörde hervorgeht.

Neue Art von Schweinepreis : Bauern handeln Schweinepreis mit Rewe und Tönnies aus

Rewe, Tönnies und 15 Schweinehalter aus Schleswig-Holstein gehen neue Vermarktungswege: Sie haben einen Drei-Parteien-Vertrag geschlossen. Gemeinsam legen sie künftig den Schweinepreis fest.

Schweinehalter wünschen sich mehr Mitspracherecht beim Schweinepreis. Jetzt kommt Bewegung in das heikle Thema. Im Rahmen der Grünen Woche in Berlin haben der Lebensmittelkonzern Rewe (Händler), Tönnies Lebensmittel (Produzent) und Landwirte (Lieferant) aus Schleswig-Holstein einen sogenannten Drei-Parteien-Vertrag für Frischfleisch abgeschlossen.

Das Neue an dem Modell ist, dass anders als bisher üblich alle drei Partner gemeinsam am Tisch sitzen und gleichberechtigt über Konditionen und Modalitäten verhandeln. „Uns ist wichtig, dass wir die geschäftlichen Eckpunkte gemeinsam festlegen,“ betonte Marcel Weber, Geschäftsleiter Ware Eigenmarke National und International der Rewe-Group, bei der Vertragsunterzeichnung im Rahmen der Grünen Woche.

Auch Ferkelerzeuger Lars Brunk und Schweinemäster Hauke Klindt aus Schleswig-Holstein können dem neuen Modell viel abgewinnen. „Der Drei-Parteien-Vertrag ist eine echte Wertschätzung unserer Arbeit, weil nicht mehr nur über unseren Kopf hinweg entschieden wird. Wir haben in unseren Verhandlungen z.B. konkrete Zahlen aus der Landwirtschaft als Kalkulationsbasis herangezogen,“ betonen Lars Brunk und Berufskollege Hauke Klindt zufrieden.

Los geht es ab Sommer 2025 in allen Rewe-Märkten in Schleswig-Holstein und Hamburg. Die Produkte aus dem neuen Vertragsmodell werden in den Bedientheken der Rewe-Supermärkte unter der Marke „Landbauern Schwein“ vermarktet. Es handelt sich durchweg um Fleisch aus der Haltungsformstufe 3. Zum Start sollen 900 Schweine pro Woche vermarktet werden, die Menge soll dann möglichst zügig auf 2.700 Schweine pro Woche steigen. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt fünf Jahre, das garantiert Rewe. „Ein Ablaufdatum haben wir nicht festgeschrieben“, ergänzt Weber. Gestartet wird mit Frischfleisch in der Bedientheke, später sollen auch Wurstwaren hinzukommen.

Der Preis in dem Vermarktungsmodell setzt sich aus mehrere Stufen zusammen. Die VEZG-Notierung bildet die Basis. On top kommt ein nennenswerter Zuschlag, der sich aus mehrere Komponenten zusammensetzt. Auch eine Niedrigpreisbremse (Mindestpreis) und eine Abnahmegarantie enthält das Konstrukt. Die Abnahmesicherheit ist gerade in Krisenzeiten, wenn der Markt massiv unter Druck steht, wichtig für die Landwirte.

In den Verträgen finden sich zudem sogenannte Revisionsklauseln. Jede Partei kann also verlangen, dass die Vertragsinhalte überprüft und ggf. geändert (revidiert) werden. Das ist z.B. wichtig, wenn sich die wirtschaftlichen Voraussetzungen plötzlich ändern.

Neben Rewe und den Landwirten ist die Firma Tönnies Unterzeichner des Vertrages. Das Unternehmen kauft die Schweine von den Bauern, schlachtet und zerlegt sie und liefert die Teilstücke an Rewe. Die Schweine-Vermarktungs-Gesellschaft (SVG) in Rendsburg steuert die Anlieferungen der Schweine.

Tönnies kümmert sich auch darum, dass das ganze Tier vermarktet wird. Wie Maximilian Tönnies, Gesellschafter der Premium Food Group ApS & Co. KG., in Berlin erklärte, wird das Unternehmen das sogenannte „fünfte Viertel“ über seine Vermarktungswege absetzen. Er betonte, dass der Drei-Parteien-Vertrag ein wichtiger Meilenstein auch für sein Unternehmen sei. „Er schafft mehr Transparenz, Planungssicherheit sowie Verlässlichkeit für alle Beteiligten. Handel, Schlachthof und Landwirtschaft ziehen jetzt mehr als bislang an einem Strang“, so Tönnies. von Marcus Arden

Ökosoziales Forum – Wintertagung will Zukunft auf den Boden bringen

    topplusZum Auftakt der 72. Wintertagung unterstrichen die Redner wie wichtig Versorgungssicherheit ist. Fünf Fachtage von der Schweinehaltung bis zum Grünland folgen noch.

    Die 72. Wintertagung des Ökosozialen Forums ist Österreichs größte Informations- und Diskussionsplattform der Agrarbranche. Am Dienstag wurde mit der Eröffnung das agrarpolitische Jahr eröffnet. Seit 1954 vom Ökosozialen Forum ausgerichtet setzen die Veranstaltungen Impulse für die künftigen Entwicklungen im österreichischen Agrarsektor. Neben Wissen werden bei den verschiedenen Veranstaltungen auch Tipps für die landwirtschaftliche Praxis geboten.

    Die Wintertagung 2025 mit dem Motto: „Zukunft auf den Boden bringen“

    Neben der Auftaktveranstaltung in Wien gibt es noch fünf weitere Veranstaltungen in ganz Österreich:

    Gemüse-, Obst- und Gartenbau, 23.1.2025, HBLFA Schönbrunn, Wien

    Ackerbau, 27.1.2025, HBLFA Francisco Josephinum, Wieselburg (NÖ)

    Geflügelhaltung, 28.1.2025, Kultursaal Hatzendorf (Stmk.)

    Schweinehaltung, 29.1.2025, HLBLA St. Florian (OÖ)

    Grünland- und Viehwirtschaft, 30.1.2025, HBLFA Raumberg-Gumpenstein (Stmk.)

    Zum Auftakt stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der Versorgungssicherheit bei Lebensmitteln. Die sichere Versorgung mit agrarischen Gütern ist keine Selbstverständlichkeit und müsse in Europa mehr Beachtung finden, wie der Präsident des Ökosozialen Forums, Stephan Pernkopf betont: „Ernährung gehört zur kritischen Infrastruktur, daher dürfe die Verantwortung für die Produktion nicht ausgelagert werden.“ Die Verfügbarkeit der Lebensmittel werde künftig eine größere Herausforderung als der Preis. Wir müssen Nahrungsmittel produzieren – in ausreichender Menge und hoher Qualität. „Wir brauchen Versorgungssicherheit. Das geht nur durch eine nachhaltige Intensivierung und eine Krisenvorsorge durch Bevorratung. Bäuerinnen und Bauern brauchen Verlässlichkeit und Planungssicherheit, um produzieren zu können. Dazu brauchen wir mehr Landwirtschaft und weniger Zettelwirtschaft,“ erklärte Pernkopf am Podium.

    Auf die globalen Zusammenhänge der Ernährungsversorgung wies der Direktor des FAO-Büros in Brüssel, Raschad Al-Khafaji, hin. 2023 litten weltweit 733 Mio. Menschen an Hunger. Die Hauptursachen dafür sind Konflikte, Klimaveränderungen und wirtschaftliche Abschwünge. Diese Faktoren weisen untereinander hohe Wechselwirkungen auf und verstärken einander.

    Der Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Johannes Schmuckenschlager, betonte in der Abschlussdiskussion die Notwendigkeit einer ausreichenden Lagerhaltung für Lebensmittel. Während für Erdöl Reserven für 90 Tage vorhanden sein müssen, gäbe es für Getreide keine entsprechende Regelung. Parallel können auch internationale Handelsabkommen die Versorgungssicherheit gefährden, wenn wir uns zu stark auf Importe verlassen.

    Bereits am Vorabend der Eröffnung traf Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig anlässlich der 72. Wintertagung den neuen EU-Agrarkommissar Christophe Hansen. „In den kommenden Monaten fallen in Brüssel richtungsweisende Entscheidungen für unsere Landwirtschaft. Es freut mich, dass der neue EU-Agrarkommissar Österreich als eines der ersten EU-Länder besucht und wir einer Meinung sind: Wir müssen Bürokratie abbauen, um unseren Bäuerinnen und Bauern und insbesondere unseren jungen Hofübernehmern wieder mehr Perspektiven zu geben“, sagt Totschnig.

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      Auch in der USA Eierkrise: Wenn das Frühstücksei zur Rarität wird

      Berlin. Verschiedene Gründe haben in den USA zu einer drastischen Eierknappheit geführt. Und eine Besserung ist noch nicht in Sicht.

      Erst Europa, jetzt die USA: Auf den amerikanischen Lebensmittelmärkten sind Eier derzeit Mangelware – und eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Die Gründe reichen von der Vogelgrippe über Wetterkapriolen bis hin zu strengen Tierhaltungsgesetzen.

      Seit mehr als zwei Jahren grassiert die Vogelgrippe HSN1 weltweit und trifft die Geflügelbestände mit voller Wucht. Die Epidemie, die 2020 in Europa begann, hat sich schnell auf die USA, Afrika, Asien und den Nahen Osten ausgebreitet. Besonders in den Vereinigten Staaten erreicht der Ausbruch historische Dimensionen: Experten sprechen vom größten Ausbruch dieser Art in der Geschichte des Landes.

      Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums fielen allein im November und Dezember 2024 rund 17,2 Millionen Legehennen dem Virus zum Opfer – das entspricht fast der Hälfte der Gesamtverluste des Jahres.

      Doch die Krankheit wird nicht nur durch infizierte Tiere übertragen – auch das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. Hurrikane im Südosten der USA haben Wildvögel, die Hauptüberträger des Virus, auf unvorhersehbare Flugrouten gelenkt.

      „Die Wirbelstürme haben die Tiere buchstäblich eingefangen und sie dazu gebracht, mehrmals durch dieselben Regionen zu fliegen“, erklärt Emily Metz, Präsidentin des American Egg Board, gegenüber CNN. Diese unnatürlichen Bewegungsmuster hätten die Verbreitung des Virus erheblich verstärkt und die Epidemie noch verschlimmert.

      Weniger Hühner, weniger Eier – die Gleichung klingt einfach, doch die Folgen sind dramatisch. In den USA sind die Eierpreise in die Höhe geschnellt. Im Dezember 2024 lag der Durchschnittspreis für ein Dutzend Eier bei 4,15 Dollar (rund vier Euro) – ein Anstieg von 36,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das US Bureau of Labor Statistics berichtet. Zum Vergleich: Die allgemeinen Lebensmittelpreise stiegen im selben Zeitraum nur um 2,5 Prozent.

      Die angespannte Lage auf dem Eiermarkt wird sich erst entspannen, wenn die Legehennenbestände wieder aufgefüllt und die Produktionskapazitäten vollständig wiederhergestellt sind. Doch der Weg dorthin ist steinig: Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat bereits sinkende Produktionsprognosen für das kommende Jahr veröffentlicht. Solange die Vogelgrippe grassiert, bleibt die Lage unberechenbar.

      „Niemand kann die Zukunft vorhersagen, aber die Vogelgrippe bleibt eine anhaltende Bedrohung für unsere Eierfarmen“, sagt auch Emily Metz. Positiv sei jedoch, dass die Landwirte inzwischen viel mehr Erfahrung im Kampf gegen die Krankheit hätten, was bedeute, dass sich die Betriebe möglicherweise schneller erholen könnten. von Eileen Wagner

      Na endlich -Bauernbund: Skandal um Lobbygeld von der EU-Kommission für NGOs

      Für heftige Debatten im EU-Parlament sorgen Enthüllungen zur Finanzierung von Umwelt-NGOs durch die Europäische Kommission, um für vermeintlich „grüne“ Themen Stimmung zu machen.

      Für heftige Debatten im Europäischen Parlament in Straßburg sorgten Enthüllungen zur Finanzierung von Umwelt-NGOs durch die Europäische Kommission, um für vermeintlich „grüne“ Themen Stimmung zu machen. Demnach sind allein im Jahr 2023 etwa 700.000 € von der Kommission an einschlägige NGOs geflossen, um die Agrarpolitik der EU mit Stimmungsmache und Einflussnahme auf das EU-Parlament in eine bestimmte Richtung zu lenken, teilt der Bauernbund in einer Aussendung mit.

      „Der ehemalige Umweltkommissar Frans Timmermans hat Geld in die Hand genommen, um NGOs zu unterstützen, die Abgeordnete beeinflussen. Das ist ein richtiger Skandal“, sagt Bauernbundpräsident Georg Strasser.

      Das kritisiert auch der österreichische EU-Parlamentarier Alexander Bernhuber: „Das Grundprinzip der Gewaltenteilung wird völlig außer Acht gelassen. Die Trennung von Exekutive und Legislative ist ein wesentlicher Pfeiler unserer Demokratie und wird hier bewusst untergraben. Es kann nicht sein, dass ideologisch voreingenommene Lobbygruppen mit öffentlichen Geldern subventioniert, Einfluss auf die politische Debatte nehmen und diese in ihre Richtung lenken.“

      Wie die Zeitung De Telegraaf zuerst berichtete, seien diese Praktiken insbesondere auf Bestreben des ehemaligen Umweltkommissars, dem niederländischen Sozialdemokraten Frans Timmermans, an den Tag gelegt worden. In dessen Verantwortung fielen die enormen Anstrengungen der Europäischen Kommission beim Green Deal sowie bei dem damit verbundenen und höchst umstrittenen Renaturierungsgesetz. „Öffentliche Gelder werden missbraucht, um intransparente Organisationen zu subventionieren und die eigene ideologische Agenda voranzutreiben“, sagt Bernhuber.

      „Wenn diese Organisationen aus dem öffentlichen Topf dafür bezahlt werden, gegen die Interessen der Land- und Forstwirtschaft zu arbeiten, dann entsteht ein Ungleichgewicht, das die europäischen Institutionen massiv ins Wanken bringt. Das führt wiederum dazu, dass praktizierende Bäuerinnen und Bauern sich mit immer mehr bürokratischen Hürden und Regelungen, die weit übers Ziel hinausschießen, auseinandersetzen müssen.

      Ein Bericht des Europäischen Rechnungshofes macht zudem deutlich, dass 34 % der NGOs ihre Finanzierungsquellen nicht vollständig offenlegen. Diese Intransparenz sei besonders bedenklich, führt Strasser aus: „Es ist höchst an der Zeit, mehr Klarheit zu schaffen. Es kann nicht sein, dass jene, die laut nach Transparenz schreien, selber im Schatten agieren und keine Rechenschaft ablegen müssen. Wir fordern daher ganz klar, dass auch NGOs ihre Geldgeber klar benennen müssen und Schlupflöcher geschlossen werden – es braucht endlich faire Spielregeln.“ von Roland Pittner

      Strafzoll auf freies Lysin aus China belastet Schweinefutter und wird teurer

      Ab dem 14. Januar 2025 führt die Europäische Union Strafzölle auf importiertes freies Lysin aus China ein. Die Zollsätze liegen je nach Hersteller zwischen 58,3 % und 84,8 %. Es bleibt offen, in welchem Umfang sich die Kosten für Tierfutterzusätze, die freies Lysin enthalten, erhöhen werden. Fachleute der Branche schätzen, dass sich die Mehrkosten pro gemästetem Schwein auf mindestens 0,70 Euro belaufen könnten. Dies hängt vom jeweiligen Zollsatz und dem Lysinanteil im Futter ab.

      Die Einführung dieser Strafzölle hat auch negative Folgen für die Umwelt. Ein Anstieg des Proteinanteils in Schweinefutter um 1 %, bedingt durch die hohen Zölle, könnte die Ammoniakemissionen in der Schweinemast um etwa 10 % erhöhen. Ein Hersteller aus Frankreich löste das Antidumpingverfahren aus, das zu diesen Zöllen führte.

      In der Europäischen Union liegt der jährliche Verbrauch von Lysin zwischen 410.000 und 450.000 Tonnen, wobei im Untersuchungszeitraum 70 bis 79 % des Bedarfs durch Importe aus China gedeckt wurden. Weitere bedeutende Exportländer sind Indonesien, die USA und Südkorea. Die neuen Zölle könnten somit erhebliche Auswirkungen auf die Kostenstruktur und Umweltbilanz der europäischen Mischfutterindustrie haben.

      Keine Eierknappheit: Genügend österreichische Ware vorhanden

      Engpässe bei bestimmten Ei-Qualitäten, aber grundsätzlich genügend Ware vorhanden. Derzeit wirkt Vogelgrippe vom Herbst nach und der Tourismus zieht zusätzliche Mengen vom Markt ab.

      Auf dem Eiermarkt herrscht eine Versorgungsknappheit. Grund ist die Vogelgrippe im Herbst 2024. Europaweit verendeten Millionen Legehennen, in Österreich laut Geflügelwirtschaft mit 200.000 ein kleiner Teil von insgesamt 7,3 Mio. Legehennen. Daher ist die Eierverknappung hierzulande laut Michael Wurzer vom Geflügelwirtschaft-Verband vor allem auf jene in anderen EU-Ländern zurückzuführen. Es werde in den kommenden Monaten und zu Ostern aber genug heimische Eier geben, beruhigt Wurzer.

      Die heimischen Legehennenbetriebe würden den heimischen Gesamtmarkt mit 90% Austro-Frischeiern versorgen, sagt Wurzer. Auch aktuell produziere man im Vollbetrieb. Aber: „Wir registrieren, dass Händler, die die Gastronomie beliefern und bisher in Österreich mit ausländischen Eiern gehandelt haben, zur Zeit aus dem Ausland schwer und wenn überhaupt nur sehr teure Ware beziehen können“, erläutert Wurzer gegenüber der APA. „Die heimische Gastronomie, die zur Zeit auf Grund des Wintertourismus großen Eierbedarf hat, zieht daher zusätzlich wesentliche Mengen an heimischer Ware vom Markt ab, was insgesamt zu einer knappen Versorgungssituation führt.“

      „Besonders bei Bio-Eiern ist die Versorgung tatsächlich sehr knapp“, sagt Wurzer: „Generell werden Konsumentinnen und Konsumenten im österreichischen Lebensmittelhandel aber auch in den nächsten Monaten immer ausreichend heimische Eier beziehen können.“ Auch bis Ostern bleibe heuer noch viel Zeit. Dass einzelne Sorten kurzfristig ausverkauft sind, könne aber schon sein. Zudem sei die Lieferfähigkeit von Betrieben in Wintertourismusregionen wegen der großen Nachfrage stärker beeinträchtigt.

      Bei Spar war von „derzeit punktuell etwas zu wenig Bio- und Freilandeiern“ die Rede. Grundsätzlich gebe es aber genug Eier, vielleicht müsse man einmal zu einem anderen Produkt greifen. Die Rewe-Gruppe (Billa, Penny) teilte auf APA-Anfrage mit, dass es derzeit „punktuell zu Engpässen“ bei diesen Eierkategorien komme und man diese ausgleichen wolle.

      „Trotz einer hohen Eigenversorgung ist die Verfügbarkeit in Österreich aktuell tatsächlich eingeschränkt“, hieß es vom Diskonter Lidl. „Wir sind aber zuversichtlich, dass sich die Lage bis spätestens Ostern erholen wird.“ Beim größeren Diskonter-Konkurrenten Hofer sieht man eine erhöhte Nachfrage nach Bio-Eiern. Die Versorgungsplanung dauere hier bis zu zwei Jahre. Daher sei „es kaum möglich, kurzfristig auf Nachfragespitzen zu reagieren. Temporäre Engpässe können deshalb in Ausnahmefällen nicht ausgeschlossen werden.“

      Geflügelwirtschafter Wurzer hob indes einmal mehr hervor, dass in Österreich „nachweislich nach den EU-weit strengsten und für die Tiere besten Haltungsbestimmungen“ gearbeitet werde. Seit dem Ausstieg aus der Käfighaltung 2009 gebe es „unvergleichlich hohe Errungenschaften im Interesse der Tiere und Umwelt“ von Roland Pittner

      Klimaschutz: Landwirte verursachen weniger Treibhausgase

      Laut Umweltbundesamt Österreich betragen die Einsparungen 1,3 Prozent. Das sind die Gründe.

      Österreichs Landwirte haben auch in 2023 die Treibhausgasemissionen gesenkt. Nach Angaben des Umweltbundesamtes ging der CO2-Ausstoß um 1,3 % oder 0,1 Mio. t zurück. Gegenüber 1990 verursachen die Landwirte mit 8,5 Mio. t CO2 14,5 % weniger. Auch für 2024 rechnet das Umweltbundesamt mit rückläufigen Emissionen. In seinem Prognosebericht von Mitte August 2024 nannte das UBA einen niedrigeren Viehbestand, vor allem bei Rindern, sowie weniger Einsatz von Mineraldünger als Gründe. Geschmälte wird das Ergebnis, weil die Landwirte 2023 mehr Diesel als im Vorjahr benötigten. Der Anteil der Landwirtschaft an den Gesamtemissionen beträgt somit 12,4 %.

      Neben der Landwirtschaft sanken die Emissionen auch in anderen Bereichen, und das teils kräftiger. Im Verkehrssektor sind die Emissionen um 3,9% auf 19,8 Mio. t CO2 gesunken, hauptsächlich durch einen Rückgang des Dieselabsatzes, insbesondere im Güterverkehr. Im Sektor Gebäude gab es einen Rückgang der THG-Emissionen um rund 13,7 % auf 6,3 Mio. t. Dies ist insbesondere auf Umstellungen auf klimafreundliche Heizungssysteme und anhaltend hohe Energiepreise zurückzuführen. Bei den F-Gasen setzt sich der abnehmende Trend der letzten Jahre mit minus 4,7 % fort. Durch den geringeren Erdgasverbrauch im Sektor Energie und Industrie (ohne Emissionshandelsbereich) sind die THG-Emissionen 2023 im Vergleich zu 2022 um 10% gesunken.

      Im Sektor Abfallwirtschaft sind die Emissionen 2023 entgegen dem langjährigen Trend aufgrund höherer Emissionen aus der Abfallverbrennung geringfügig um 1 % auf 2,2 Mio. t.

      Insgesamt sanken die Emissionen um 6,5 % auf 68,6 Mio. t CO2, gegenüber 1990 ist das ein Minus von 13,6 %. Die aktuelle Inventur bestätigt nach Ansicht von Günther Lichtblau, UBA-Klimaexperte, den Trend der letzten Jahre: Die Treibhausgas-Emissionen Österreichs sinken. Um diesen Weg fortzusetzen, sei es notwendig, konsequent weiter Maßnahmen zu setzen. „Klimaschutz ist nicht nur ein Muss, um Strafzahlungen zu vermeiden, sondern auch ein Wirtschaftsmotor“. von Josef Koch

      Danish Crown: Produktion von SB-Fleisch in Deutschland wird eingestellt Schlachthof Essen doch sanieren ?

      Danish Crown, der größte Fleischproduzent Dänemarks und hierzulande die Nummer vier, steckt ebenfalls „mitten in einer Krise“, wie Vorstandschef Niels Duedahl kürzlich sagte, und strich konzernweit 500 Stellen. Zu Deutschland heißt es im Geschäftsbericht, dort hätten „von Tierwohlkonzepten beeinflusste strukturelle Veränderungen“ dazu geführt, dass „Angebot und Nachfrage eine neue Balance suchen“. Der Schlachthof in der Kleinstadt Essen im Oldenburger Münsterland hat allein im vergangenen Geschäftsjahr 25 Millionen Euro Verlust gemacht. Fast hätte Danish Crown ihn an den deutschen Konkurrenten Westfleisch verkauft, will nun aber doch versuchen, ihn zu sanieren.

      Danish Crown hat die Entscheidung getroffen, die Produktion von selbstbedienungsfertigem Fleisch am Standort Essen (Oldenburg) einzustellen, um die Rentabilität des Schlachthofs zu verbessern. Diese Maßnahme wird bis Ende Februar 2025 umgesetzt und betrifft etwa 160 Mitarbeiter, denen der Konzern größtenteils alternative Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens anbietet.

      Über ein Jahrzehnt hinweg produzierte Danish Crown am Standort Oldenburg sowie teilweise in Essen verschiedene Convenience-Produkte für den deutschen Einzelhandel, darunter Hackfleisch, Schnitzel und Grillfackeln. Die Rentabilität dieser Produktlinie war in den letzten Jahren jedoch nicht gegeben. Laut Aussagen von Per Fischer Larsen, Verkaufsdirektor bei Danish Crown, müssen die Produktionskosten extrem niedrig und die Mengen entsprechend hoch sein, um mit frischem Fleisch Gewinne zu erzielen. Das Unternehmen hat erkannt, dass seine Strukturen nicht wettbewerbsfähig genug sind, was zur Entscheidung führte, die Produktion dieser Artikel bis Ende Februar einzustellen.

      Die Mitarbeiter, die bisher in der Produktion von SB-verpacktem Fleisch tätig waren, wurden über diese Entscheidung in einer Versammlung am 7. Januar informiert. Es wurde ihnen mitgeteilt, dass das Unternehmen versuchen wird, die meisten von ihnen innerhalb des Konzerns neu zu positionieren. In den kommenden Wochen wird zusammen mit dem Betriebsrat nach Lösungen gesucht, die den betroffenen Mitarbeitern angeboten werden sollen.

      Die Schließung der SB-Fleischproduktion wird voraussichtlich negative Auswirkungen in Höhe eines niedrigen einstelligen Millionenbetrags auf die Bilanz von Danish Crown im laufenden Geschäftsjahr haben.

      Gmundner Molkerei aus für Biomilchverarbeitung bis Ende 2027

      Weil sie für Biomilch keine zufriedenstellende Verwertung sieht, steigt die Gmundner Molkerei aus Bio aus. Den etwa 120 Biobetrieben hat die Molkerei verschiedene Lösungsansätze unterbreitet.

      Die Gmundner Molkerei wird die Sammlung und Verarbeitung von Biomilch im Laufe der nächsten drei Jahre einstellen (Anteil an der Gesamtverarbeitungsmenge kleiner 2%). „Im Zuge unseres Investitions- und Strukturprogrammes der letzten zwei Jahre haben wir unser gesamtes Sortiment kritisch durchleuchtet und angepasst. Dabei haben wir auch das Potenzial für die Verarbeitung und Vermarktung von Biomilch in unserem Unternehmen hinterfragt“, erklärt Geschäftsführer Christoph Engl gegenüber top agrar. Und dieses sei aus Sicht der Unternehmensleitung einfach zu gering, allein, weil die Bioschiene in Gmunden seit jeher nicht so intensiv betrieben worden sei wie bei einigen anderen Verarbeitern.

      Geplant ist ein schrittweiser Ausstieg über die nächsten drei Jahre. „Damit geben wir unseren Bio-Milchlieferanten die Zeit, sich neu zu orientieren“, meint Engl. Betroffen sind etwa 120 Betriebe in Ober- und Niederösterreich. „Wir haben unseren Bio-Milchlieferanten auch die Möglichkeit gegeben, mittels Sonderkündigungsrecht jederzeit zu einer anderen Molkerei wechseln zu können. Von diesem Sonderkündigungsrecht hat ein Teil der Lieferanten bereits Gebrauch gemacht und wechseln bereits im ersten Quartal 2025 zu anderen Molkereien“, berichtet der Geschäftsführer. Unter den neuen Abnehmern sind die Berglandmilch, Salzburg Milch, NÖM und Seifried.

      Für die verbleibenden Bio-Lieferanten (derzeit noch etwa 30) gibt es bis Ende 2027 einen garantierten Biozuschlag, verspricht Engl. „Aber der erwirtschaftbare Biomilchzuschlag ist für viele Landwirte in Österreich momentan nicht zufriedenstellend und im konventionellen Bereich sind wir weiterhin auf der Suche nach Lieferanten“, sagt Engl. „Aus diesem Grund haben wir natürlich auch unseren Bio-Milchlieferanten ein attraktives Angebot gemacht weiterhin zu uns zu liefern. Dieses wurde sehr gut angenommen und ca. 20% der Betriebe werden zukünftig konventionelle Milch liefern. Des Weiteren haben die Betriebe die Möglichkeit, als konventionelle Lieferanten jederzeit zu uns zurückzukehren.“ von Torsten Altmann

      Kein neuer MKS-Fall in Brandenburg – Verdacht nicht bestätigt

      Ein Verdachtsfall von Maul- und Klauenseuche (MKS) im Landkreis Barnim in Brandenburg hat sich nicht bestätigt. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) konnte bei den untersuchten Proben keine Infektion nachweisen. Somit bleibt es bei dem einem bestätigten Fall der MKS bei Büffeln im Landkreis Märkisch-Oderland.

      In den Medien wurde gestern Nachmittag von einem neuen Verdachtsfall der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Brandenburg berichtet. Heute dann die Entwarnung: Es gibt keinen neuen Fall. Wie das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MLUK) heute am Morgen mitteilte, hat sich der klinische Verdacht auf MKS in einem Ziegenbestand im Landkreis Barnim durch die durchgeführten Laboruntersuchungen durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) nicht bestätigt.

      Somit bleibt es bei einem nachgewiesenen MKS-Fall. Seit der Erstfeststellung in der vergangenen Woche bei einem Wasserbüffel im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland konnte bisher keine weitere Ausbreitung der Tierseuche festgestellt werden.

      Sau- Tone zum gedenken

      Zu Ehren des „Heiligen Antonius„, Schutzpatron unter anderem der Haustiere, Schweine, Fleischhauer, Schweinehirten, wird eine Heilige Messe in der Filialkirche Wabelsdorf gefeiert. Antonius von Ägypten (geboren um 250), auch Antonius der Große genannt, zählt zu den berühmtesten Einsiedlern der christlichen Geschichte. Seine Verehrung gelangt in der Zeit zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert zur Hochzeit. Nach seinem Vorbild gründen sich Einsiedlergemeinden in der Wüste. Weil er mit dämonischen Tiergestalten gekämpft haben soll, entwickelte sich die Idee des „Antonius-Schweins“. Die Brüder des Antoniusordens dürfen für die Armenpflege ihre Schweine frei weiden lassen. Oft wurde am Antoniustag ein Schwein geschlachtet, gesegnet und an die Armen der Gemeinde verschenkt.

      Auch die gesamte Schweinebranche braucht auch einen Segen , um die Heraus vorderen Zeiten zu bewältigen.

      Drama auf deutschen Schweinemarkt durch MKS-Ausbruch und Importstopps

      Die Situation auf dem deutschen Schweinemarkt ist derzeit angespannt. Laut der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) verzeichnen die Preise für Schlachtschweine einen deutlichen Rückgang. Aktuell liegt der Schweinepreis zwischen 1,71 und 1,72 Euro je Kilogramm, was im Vergleich zur Vorwoche einen erheblichen Preisfall darstellt. Als Hauptursache für den Preisverfall wird der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) genannt, der zu einem Überangebot an Schweinen geführt hat.

      Die Nachfrage nach Schweinen vonseiten der Schlachtunternehmen bleibt weit hinter dem Angebot zurück. Hinzu kommen aktuelle Importbeschränkungen aus dem Vereinigten Königreich und Südkorea, die den Druck auf den Markt weiter erhöhen. Innerhalb kurzer Zeit ist die deutsche Notierung um insgesamt 20 Cent gefallen, was die schwierige Lage auf dem Markt unterstreicht.

      Neben den Schlachtschweinen ist auch der Markt für Schlachtsauen von der Situation betroffen und verzeichnet ebenfalls einen Rückgang der Preise. Die zur Vermarktung angemeldete Menge an Schweinen ist im Vergleich zur vorherigen Woche gestiegen, während das durchschnittliche Schlachtgewicht mit 101,1 Kilogramm sehr hoch ist, was zusätzliche Herausforderungen für die Branche mit sich bringt.

      Der Ausbruch der MKS in Brandenburg hat bereits spürbare Auswirkungen auf den deutschen Schweinemarkt. Die aktuellen Marktpreise stehen unter Druck, und die zusätzlichen Einschränkungen könnten die Lage weiter verschärfen. Dennoch gibt es auch positive Signale: Der Handel innerhalb der EU bleibt grundsätzlich möglich, da der Großteil des Schweinefleischexports innerhalb der EU stattfindet. Bei Exporten in Drittländer bestehen bereits Einschränkungen aufgrund früherer Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland.

      Die aktuellen Handelsbeschränkungen und der vorübergehende Importstopp des Vereinigten Königreichs – einem der größten Abnehmer deutscher Schweinefleischprodukte außerhalb der EU – stellen eine zusätzliche Herausforderung dar. Diese Maßnahmen führen zu einem erheblichen Umbruch im Fleisch- und Warenfluss in Europa und setzen die Branche unter großen Druck.

      Auch Polen hat auf die Situation reagiert und die Kontrollen bei Tiertransporten aus Deutschland verstärkt, um eine weitere Ausbreitung der MKS zu verhindern. Die Handelsbeschränkungen und verstärkten Kontrollen werden laut Bauernpräsident Joachim Rukwied noch einige Monate andauern, da die Seuche schnell eingedämmt und ausgerottet werden muss. Die enge Zusammenarbeit zwischen den deutschen und polnischen Veterinärdiensten spielt eine entscheidende Rolle, um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen.

      „Genau der richtige Zeitpunkt“ – Bauern demonstrieren vor Wiener Parlament

      Mitten in den Koalitionsverhandlungen von FPÖ und ÖVP gab es heute eine vom Unabhängigen Bauernverband organisierte Traktor-Proteststernfahrt nach Wien. Ein Forderungskatalog wurde übergeben.

      Laut den Organisatoren des UBV sollen mehr als 50 Traktoren am Donnerstag bei einer Proteststernfahrt vor dem Parlament in Wien vorgefahren sein. Zahlreiche Bauern brachten dabei ihren Unmut über die aktuelle Agrarpolitik zum Ausdruck. Obmann Karl Keplinger übergab dem Nationalratspräsidenten Walter Rosenkranz vorm Eingang des hohen Hauses eine Broschüre des Unabhängigen Bauernverbandes (UBV) mit 42 Forderungen an die Politik.

      Rosenkranz nahm bei der Bauerndemo einen ganzen Stapel davon mit und versprach den Verantwortlichen, jedem einzelnen der 183 Nationalratsabgeordneten persönlich eine Broschüre zu geben. Vor allem habe Rosenkranz mitgeteilt, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt für diesen Protest gewesen sei, erklärt Keplinger. Denn gerade jetzt, wo die Verhandlungen über die neue Regierung laufen würden, könne man damit etwas erreichen.

      Keplinger hebt zudem die Diszipliniertheit aller beteiligten Bauern hervor. „Selbst der Parlamentssicherheitsdienst hat uns dies bestätigt“, erklärt der Obmann.

      Warum die Bauern heute nach Wien gefahren sind, erläutert einer der Organisatoren, UBV NÖ-Obmann Herbert Hochwallner: „Die Einkommen bei den Bauern passen nicht. Wenn sich das nicht ändert, gibt es bald gar keine Bauern mehr und damit keine regionalen Lebensmittel! Damit ist man komplett abhängig und erpressbar. Wir wollen Bauern bleiben und nicht ausschließlich von der Laune anderer abhängig sein. Die ganzen Auflagen und Vorgaben sowie die geopolitischen Entscheidungen in Brüssel – mitgetragen von Wien – wie Mercosur zeigen uns, dass man Bauern in Europa nicht mehr wirklich will. Das akzeptieren wir nicht! Wenn der UBV daher das jetzt nicht tut und deutlich sagt, was nicht geht, dann tut es keiner!“

      ie Bauern müssten ihre Sorgen und ihre konkreten Vorschläge für Lösungen dorthin tragen, wo sie beschlossen werden. Deshalb der Protetst und die Übergabe der Broschüre direkt vorm Parlament. Hochwallner dazu: „Würden wir zur „Bauernvertretung“ hingehen, wäre dies vergeudete Zeit. Das hat die Vergangenheit gezeigt. Dort gibt es in der Regel immer nur mehr Ausreden, warum was nicht gehen würde. Das Vertrauen ist nicht mehr da.“ von Torsten Altmann

      Ukraine exportiert 2024/25 über 23 Millionen Tonnen Getreide

      Seit Beginn des Wirtschaftsjahres 2024/25 hat die Ukraine insgesamt 23,256 Millionen Tonnen Getreide und Hülsenfrüchte exportiert, darunter allein 1,024 Millionen Tonnen im laufenden Monat. Diese Zahlen wurden von der Pressestelle des Ministeriums für Agrarpolitik unter Bezugnahme auf aktuelle Daten des ukrainischen Zolldienstes veröffentlicht.

      Zum Vergleich: Am 15. Januar des Vorjahres beliefen sich die Gesamtexporte auf 20,563 Millionen Tonnen, davon 2,097 Millionen Tonnen im Januar.

      Im Detail sieht die Verteilung der exportierten Kulturen seit Beginn des aktuellen Saison wie folgt aus:

      • Weizen: 10,257 Millionen Tonnen, davon 344.000 Tonnen im Januar;
      • Gerste: 2,008 Millionen Tonnen, davon 9.000 Tonnen im Januar;
      • Roggen: 10,8 Tausend Tonnen, keine Exporte im Januar;
      • Mais: 10,578 Millionen Tonnen, davon 669.000 Tonnen im Januar.

      Der Gesamtexport von ukrainischem Mehl seit Beginn der Saison bis zum 13. Januar wird auf 39,1 Tausend Tonnen geschätzt, davon 1,5 Tausend Tonnen im Januar. Davon waren 35,8 Tausend Tonnen Weizenmehl, einschließlich 1,3 Tausend Tonnen im Januar.

      Neue Regierung: Wird bei uns Bauern gespart?

      Erste Einigung zwischen FPÖ und ÖVP auf Sparmaßnahmen von 6,4 Milliarden €, ohne neue Steuern. Sparpotenzial bei den landwirtschaftlichen Betrieben sieht FP-Agrarsprecher Peter Schmiedlechner nicht.

      Die Verhandlungsteams von FPÖ und ÖVP haben sich in den vergangenen drei Tagen auf einen budgetären Fahrplan geeinigt, wie Medien berichten.

      FPÖ-Chef Herbert Kickl, der geschäftsführende ÖVP-Chef Christian Stocker sowie FPÖ-Nationalratsabgeordneter Arnold Schiefer und ÖVP-Klubobmann August Wöginger gaben am Montag in einer Pressekonferenz die ersten Ergebnisse bekannt.

      Der FPÖ-Bundesparteiobmann skizzierte: „Ohne neue Steuern, keine Erbschaftssteuer, keine Schenkungssteuer, keine Vermögenssteuern – so, wie wir Freiheitliche es versprochen haben. Es wird Maßnahmen gegen Steuerschlupflöcher geben, insbesondere von großen Spielern, und gespart wird im Ministeriumsapparat. All das passiert unter besonderer Bedachtnahme auf den Arbeitsmarkt und die Konjunktur.“ Eine Erhöhung von Massensteuern wie Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer schloss Kickl aus.

      b auch die Landwirte mit Einsparungen bei Förderungen konfrontiert werden, ist noch nicht klar. „Die Gruppe Landwirtschaft wird erst in den nächsten Tagen zusammenkommen, dann werden wir Maßnahmen ausarbeiten“, sagt FPÖ-Agrarsprecher Peter Schmiedlechner. Er sieht im Landwirtschaftsbereich kein Einsparungspotenzial.

      „Die Betriebe sind hier am Limit, die können nicht mehr zur Kasse gebeten werden. Das Hauptaugenmerk bei den Einsparungen sehe ich im etwa im Ministerium, hier müssen wir uns die Zahlen noch anschauen“, meint Schmiedlechner. Er will das beste für die Bauern herausholen.

      Bezüglich Landwirtschaftsminister werde viel spekuliert. „Es ist nirgends in Stein gemeißelt, dass immer die ÖVP diesen Posten haben muss. Aber wichtiger ist, dass wir uns auf ein Programm einigen können“, sagt Schmiedlechner. von Roland Pittner

      Maul- und Klauenseuche bei Wasserbüffeln in Deutschland aufgetreten!

      In Deutschland ist erstmals seit 1988 wieder die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Das Virus ist in einem Bestand mit Wasserbüffeln im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland ausgebrochen. In Brandenburg gilt für 72 Stunden ein Verbringungsverbot für Klauentiere. Auch Schweinehalter müssen achtsam sein!

      Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist zurück in Deutschland. Die oberste Landesbehörde aus Brandenburg hat gemeldet, dass in einem dortigen Bestand mit elf Wasserbüffeln die MKS festgestellt wurde. Das FLI hat die Ergebnisse heute bestätigt. Bisher liegen keine Informationen darüber vor, wie der Erreger in den Rinderbetrieb gelangt ist.
      Zuvor war die Seuche laut dem Friedrich-Löffler-Institut (FLI) zuletzt 1988 in Deutschland aufgetreten. Die MKS ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Klauentieren, die bei Rindern, Schafen, Ziegen und Schweinen auftreten kann.

      Nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung erklärte Brandenburgs Agrarministerin Hanka Mittelstädt heute in Potsdam, dass die Tiere des Bestandes tiergerecht getötet und unschädlich beseitigt werden. Außerdem wird derzeit eine Schutz- und Überwachungszone (3 km/10 km Radius) eingerichtet und entsprechende Untersuchungen unter anderem zum Infektionsweg sind eingeleitet worden.
      In Brandenburg gilt für 72 Stunden ein Stand still für Klauentiere. Das bedeutet, dass in Klauentierbestände in Brandenburg in den nächsten 72 Stunden keine Klauentiere eingestellt oder aus diesen Beständen verbracht werden dürfen.

      Die Maul- und Klauenseuche ist eine hochansteckende, akut verlaufende, fieberhafte Viruserkrankung, die sich sehr schnell verbreitet. Die Seuche kann durch nicht gereinigte und desinfizierte Kleidung, Schuhe oder Hände über den Menschen übertragen und weitergetragen werden. Diese Seuche kann auch Schweine betreffen, deshalb gilt auch für Schweine haltende Betriebe – wie schon aufgrund der Afrikanischen Schweinepest – höchste Achtsamkeit und eine bedingungslose Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen.

      Und schon wieder -COFCO plant Großterminal im brasilianischen Hafen Santos für 2025

      COFCO, der größte Agrar-Händler Chinas, hat Pläne angekündigt, im Jahr 2025 einen umfangreichen Hafenterminal im brasilianischen Porto Santos in Betrieb zu nehmen. Laut einer Meldung von Bloomberg wird durch die Inbetriebnahme des neuen Terminals die Kapazität von COFCO in Brasilien auf etwa 14 Millionen Tonnen pro Jahr vervierfacht, was ungefähr 200 Schiffen pro Jahr entspricht.

      Mit der Eröffnung dieses Terminals beabsichtigt COFCO, seine Marktposition in Brasilien zu stärken. Geplant ist, die Einkäufe von Soja, Zucker und Mais von lokalen Landwirten zu erhöhen, das Team von Händlern zu erweitern und möglicherweise einige Unternehmen zu übernehmen. Diese Maßnahmen sollen insgesamt die Stellung von COFCO und China im Hinblick auf die wachsenden Handelsspannungen mit den USA festigen.

      „Brasilien ist ein Schlüsselzentrum für unser Geschäft und besitzt das Potenzial, eine weltführende Rolle in der Landwirtschaft einzunehmen. Wir sind fest entschlossen, verantwortungsvoll in Brasilien zu investieren“, betonte COFCO in einer Stellungnahme.

      Ergänzend wurde hervorgehoben, dass während eines Besuchs in Peru und Brasilien im November 2024 der chinesische Staatschef Xi Jinping einen großen Hafen in Peru eröffnete und Vereinbarungen unterzeichnete, die den chinesischen Markt für brasilianisches Sesam und Sorghum öffnen.

      Schweinefleischexport: Brasilien weiter auf Rekordkurs

      Die brasilianischen Schweinefleischexporte haben 2024 neue Mengen- und Umsatzrekorde erreicht. Dabei schwächelten die Geschäfte mit China kräftig. Die Schweinefleischexporteure setzten dafür mehr auf andere Destinationen, wie z.B. die Philippinen.

      Die brasilianischen Schweinefleischexporte haben 2024 trotz rückläufiger Geschäfte in China neue Mengen- und Umsatzrekorde erreicht. Das zeigen die aktuell vorgelegten Statistiken des Brasilianischen Verbandes für tierisches Protein (ABPA). Der brasilianische Export an frischem und verarbeitetem Schweinefleisch legte 2024 demnach mengenmäßig um ein Zehntel auf den neuen Rekordwert von 1,352 Mio. Tonnen zu. Der Umsatz erhöhte sich um 7,6% auf 3,033 Mrd. $ (2,945 Mrd. Euro) und damit ebenfalls auf einen neuen Höchstwert.

      In die Rangfolge der Hauptkunden kam Bewegung. Die Philippinen lösten China in der Spitzenposition ab. Das resultierte laut dem ABPA einerseits daraus, dass die Volksrepublik ihre Einkaufsmenge um 38% auf 241.000 Tonnen verringerte. Parallel dazu verdoppelten die Philippinen, wo brasilianische Unternehmen 2024 einen breiteren Zugang erhielten, ihren Bezug auf 254.300 Tonnen. Auf das Jahr 2025 schaut der Verband mit Blick auf den Schweinefleischexport zuversichtlich. Es bestehe die Möglichkeit neuer Zuwächse. von AgE

      Agrarpolitische Weichenstellungen in Österreichs Koalitionsverhandlungen

      Bei uns in Österreich stehen die Koalitionsverhandlungen zwischen der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) vor allem im Bereich der Agrarpolitik unter einem günstigen Stern, da hier die meisten Übereinstimmungen zu erwarten sind. Vor den Wahlen hatte Peter Schmiedlechner von der FPÖ betont, dass die Landwirtschaft wieder rentabler gemacht werden soll, um den Bauern ein angemessenes Einkommen zu sichern. Er strebt eine Wende hin zu mehr Ernährungssouveränität und Unabhängigkeit für die Landwirte an.

      Georg Strasser, Präsident des Bauernbundes, und Schmiedlechner fordern zudem eine umfassende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln, um den Konsumenten Transparenz über die heimische Produktionsqualität zu bieten. Obwohl dieser Punkt seit Langem auf Widerstand innerhalb des wirtschaftlichen Flügels der ÖVP stößt, könnte eine gemeinsame Regierung hier möglicherweise Fortschritte machen.

      Ein weiterer Konsenspunkt der beiden Parteien ist ihre Ablehnung des Mercosur-Abkommens. Auch bezüglich der Verlängerung der Übergangsfristen für das Verbot der Vollspaltenböden in der Schweinehaltung könnten sich FPÖ und ÖVP rasch einigen, da beide Parteien Planungssicherheit für die Betriebe fordern.

      In der Frage des Wolfschutzes und der Weidetierhaltung stehen die Positionen beider Parteien ebenfalls nah beieinander, wobei die FPÖ bisher die ÖVP als zu zögerlich bei der Genehmigung von Abschüssen ansah. Im Bereich der erneuerbaren Energien könnten die Parteien ebenfalls übereinkommen, mit dem Ziel, dass lokale Landwirte und nicht große Konzerne die Hauptnutznießer sind.

      Allerdings könnten der vorgeschlagene Ausstieg aus dem Green Deal und die Abschaffung der AMA-Marketing-Beiträge Konfliktpunkte darstellen, da die ÖVP diese Positionen bisher unterstützt hat. Ebenso problematisch könnte die Forderung nach einer Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft in der Landwirtschaftskammer sein, der die ÖVP vermutlich nicht zustimmen wird. Ein von Schmiedlechner vorgeschlagener „Landschaftsschützer-Bonus“ könnte hingegen auf weniger Widerstand stoßen und umsetzbar sein.

      Nicht nur in Östereich -Preistreiber des Jahres in Deutschland

      Viele Menschen werden auch 2024 nach dem Einkauf ungläubig auf ihren Kassenzettel geblickt haben. Die Inflation hat die Preise für viele Produkte steigen lassen. Zwar hat sich die Teuerungsrate aufs Jahr gerechnet mit 2,2 Prozent deutlich unter dem Niveau der Vorjahre bewegt, doch von einer Entspannung bei den Verbraucherpreisen kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Zum Ende des Jahres ging es wieder nach oben. Der Dezember brachte mit 2,6 Prozent den dritten Anstieg in Folge und die zweithöchste Teuerungsrate des Gesamtjahres.

      Doch wie teuer war 2024 wirklich? Und wofür mussten Verbraucherinnen und Verbraucher besonders tief in die Tasche greifen? Das verrät ein Blick in die Verbraucherpreisstatistik des Statistischen Bundesamtes. Die Daten sind aktuell nur bis November verfügbar, dürften sich aber im letzten Jahresmonat nicht mehr substanziell geändert haben.

      Einsamer Spitzenreiter bei den Preistreibern ist Butter. Im November 2024 war das Streichfett im Vergleich zum Vorjahresmonat stolze 38,9 Prozent teurer. Dieser enorme Anstieg ist das Ergebnis mehrerer Faktoren. Landwirte lieferten weniger Milch, und die hatte auch noch einen immer geringeren Fettanteil. Die Zahl der Milchkühe und Milchviehbetriebe in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Auch regnerisches Wetter und wenig Sonnenschein führten dazu, dass Kühe weniger Milch gaben. Zusätzlich wurde die deutsche Milchproduktion durch den Ausbruch der Blauzungenkrankheit belastet. So stiegen schon die Preise für Rohmilch stark an, was in der Folge auch veredelte Produkte wie Butter teurer machte.

      Auf dem zweiten Platz der Preistreiber 2024 rangiert Orangensaft. Um 17,9 Prozent verteuerte sich das Getränk im Vergleich zum Vorjahr. Anhaltend schlechte Ernten und knappe Vorräte von Orangensaftkonzentrat führen in der gesamten Branche zu höheren Preisen. Grund für die Produktionsausfälle der Klimawandel: Durch immer extremere Wetterverhältnisse waren die Ernten in den wichtigsten Lieferländern wie Brasilien, Italien und Spanien schlecht.

      Rang drei der Preistreiber belegt ein weiteres tierisches Fett: Schmalz. Im November 2024 musste für das Schlachtprodukt 14,5 Prozent mehr bezahlt werden als ein Jahr zuvor. Der Rückgang von Milchviehbetrieben hat nicht nur Auswirkungen auf das Angebot von Milchprodukten, sondern auch auf die Verfügbarkeit und die Kosten anderer tierischer Speisefette.

      Eine Gemeinsamkeit lässt sich bei fast allen Produkten erkennen, die in den Top Ten der höchsten Preissteigerungen vertreten sind: Sie sind auf gute Ernten angewiesen und damit auf eine funktionierende Umwelt. Der Klimawandel macht den Landwirten und Produzenten zu schaffen und führt immer häufiger zu einem knappen Angebot – und entsprechend hohen Preisen.

      Olivenöl etwa wurde 13,3 Prozent teurer dicht gefolgt von Kürbissen (12,5 Prozent) und Weintrauben (10,6 Prozent). Der Anbau dieser Lebensmittel war 2024 besonders teuer. Wer sich Erdnüsse (10,3 Prozent) oder eine Tafel Schokolade (10,1 Prozent) gönnen wollte, musste ebenfalls mehr Geld bezahlen. Auch Multivitaminsaft (9,9 Prozent) und Paprika (9,6 Prozent) sind noch in den Top Ten vertreten.

      Doch nicht bei allen Produkten führt das Klima zu höheren Preisen. Bei manchem Einkauf konnte man 2024 sogar sparen. Der Griff ins Regal fiel im November etwa bei Zucker besonders leicht. 23 Prozent weniger musste man für den kristallinen Süßmacher im Schnitt auf den Tresen legen. Im Gegensatz zu vielen anderen Erzeugnissen konnte hier eine reiche Ernte eingefahren werden.

      Ganz ähnlich fiel die Ersparnis auch bei Gurken aus. Das grüne Gemüse kostete im November 2024 im Schnitt 22 Prozent weniger, als noch ein Jahr zuvor. Auf Rang drei bei den Preisnachlässen landeten Zwiebeln und Knoblauch, die 9,3 Prozent billiger wurden.

      Volkswirte rechnen damit, dass sich die Inflation auch 2025 erst einmal oberhalb der 2 Prozent ansiedelt. Im Laufe des Jahres könnte sie sich dann der Zwei-Prozent-Marke annähern. von Sebastian Nagat

      Neue Chance -Forscher können mit künstlichen Huminstoffen schneller Humus aufbauen

      Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, um künstliche Huminstoffe herzustellen. So soll in nur wenigen Minuten aus Reststoffen Humus entstehen. Auch für die Biogasbranche sehen sie Potenzial.

      ie in Humus enthaltenen Huminstoffe sind essenziell für gesunde Böden und das Pflanzenwachstum. Doch ihre natürliche Entstehung über biologische Prozesse dauert Jahre und setzt Treibhausgase frei – wie zum Beispiel bei der Kompostierung. Das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) teilte nun mit, ein neues Verfahren entwickelt zu haben, das diesen Prozess auf Minuten reduziert: die sogenannte hydrothermale Humifizierung.

      Dr. Nader Marzban, Post-Doktorand am ATB und Experte für Biokohle und Huminstoffe, drückt es so aus: „Was die Natur in Jahren mit Hilfe von Mikroorganismen schafft, können wir in Minuten bis Stunden in einem kontrollierbaren Prozess mit Hitze, Druck und Wasser erreichen.“

      Biomasse und Wasser werden dafür in einem Verhältnis von 0,1 zu 0,4 in einen Bioreaaktor gegeben. Die Faserbestandteile Cellulose, Hemicellulose und Lignin werden dann unter hohem Druck (zwischen 6 und 60 bar) und bei hoher Temperatur (zwischen 160 und 240°C) aufgeschlossen, erklärt Dr. Marzban. Das Ergebnis ist die künstliche Huminsäure, ein bräunlicher Feststoff.

      Ein Ziel von Dr. Marzbans Forschung ist eine neue Art von Mikrodünger auf Huminstoffbasis. Denn erste Ergebnisse zeigten nach Angaben des ATB bereits, dass die Zugabe von 0,01 % der Humifizierungsprodukte in den Boden den Keimungsindex deutlich erhöhen und die Pflanzen bei der Aufnahme von Nährstoffen unterstützt.

      Weiteres Potenzial sieht er in der Biogaswirtschaft. Dazu erklärt er: „Die Humifizierung ermöglicht es uns, Reststoffe vollständig zu verwerten. Unter Zuhilfenahme von künstlicher Humifizierung können wir bis zu 37 % der Trockensubstanz von Biogasgärresten humifizieren. Dabei entstehen Nebenprodukte wie lösliche organische Verbindungen in der Prozessflüssigkeit. Wenn wir diese bei der Biogaserzeugung wieder dem anaeroben Prozess zuführen, können wir die Methanausbeute verdoppeln. Außerdem entsteht ein humusreicher Gärrest, der als Langzeit-Biodünger chemische Düngemittel ersetzen kann.“

      Die Wissenschaftler sind nun dabei, offene Fragen zu klären. Besonders im Sinne der Bioökonomie überlegen sie z. B. welche Reststoffe sich besonders gut künstlich humifizieren lassen, an welchen Stellschrauben sich der Prozess weiter verbessern lässt und wie viel Kohlenstoff so auf Dauer gespeichert werden kann. von Malin Dietrich

      Nun nutzt Polen EU-Ratspräsidentschaft gegen Mercosur-Abkommen

      Während seiner EU-Ratspräsidentschaft plant Polen, das Mercosur-Abkommen zu blockieren. Dies teilte Adam Nowak, Staatssekretär im polnischen Landwirtschaftsministerium, mit. Die polnische Regierung und das Ministerium bewerten das Abkommen als schädlich für die nationalen Agrar- und Lebensmittelproduzenten. Derzeit werden Bündnispartner gesucht, um eine ausreichende Mehrheit für eine Blockade zu sichern. Neben den bisher bekannten Gegnern des Abkommens, Frankreich und Östereich, gilt Italien als unsicherer Kandidat. Gemeinsam könnten diese Länder eine Sperrminorität bilden.

      Die polnische Ratspräsidentschaft setzt sich zudem für eine verstärkte Einbindung der Landwirte in die Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2027 ein, mit dem Ziel, die Einkommensstabilität der Landwirte zu fördern.

      Darüber hinaus strebt Polen während seiner Ratspräsidentschaft den Abschluss der Überarbeitung der EU-Tiertransportverordnung an und möchte die Arbeiten an einer gemeinsamen Position des Agrarrates zur EU-Saatgutverordnung weiterführen.

      Ein weiterer Schwerpunkt der Präsidentschaft ist der Agraraußenhandel, insbesondere die Handelsbeziehungen zur Ukraine. Polen hat sich für die Einführung von Importzöllen und -quoten auf empfindliche Agrarprodukte aus der Ukraine wie Geflügel, Eier, Honig, Zucker, Hafer und Mais eingesetzt. Das Landwirtschaftsministerium bemüht sich, einen adäquaten Schutz für die polnische Landwirtschaft in den Verhandlungen um ein neues Handelsabkommen mit der Ukraine zu gewährleisten. Für Weizen und Ölsaaten sind derzeit keine Zölle geplant.

      UBV protestiert mit Traktor-Sternfahrt am 16. Jänner zum Parlament

      Die Koalitionsverhandlungen sind gescheitert, Kanzler Nehammer tritt zurück. Und Bauern kündigen für den 16. Jänner eine Traktor-Proteststernfahrt aus vielen Teilen Österreichs nach Wien an.

      Es mag ein Zufall sein oder aber auch nicht: Das Scheitern der aktuellen Verhandlungen in Wien zur Gestaltung einer neuen Bundesregierung ist ein Spiegelbild für den Zustand der Agrarpolitik in Österreich wie in Europa: Die aktuelle EU-Agrarpolitik GAP und damit auch die Agrarpolitik hier bei uns ist komplett am Ende bzw. komplett gescheitert, schreibt der Unabhängige Bauernverband (UBV) in einer Aussendung.

      „Die Bauerneinkommen sind nicht nur laut Grünem Bericht mit Abstand am Ende aller Einkommen in Österreich (verglichen mit allen anderen Berufsgruppen), sie sind dies auch in der konkreten Praxis“, erklärt Herbert Hochwallner, Obmann UBV NÖ. Die Bauern brauchen eigentlich 2-3 x mehr an Einkommen, damit sie wieder – ökonomisch betrachtet – ein vernünftiges Auskommen haben.“

      Nachdem viele Gespräche, konkrete Informationen wie Unterlagen und konkrete Lösungsvorschläge von der Bauernvertretung bis zu den Parteien hin nicht wirklich eine gravierende Änderung bei der Ausrichtung der Agrarpolitik bewirken würden, werde der UBV nun einen anderen Weg starten, um ein Bewusstsein für die Sorgen wie Herausforderungen der Bauern ( Spaltenverbot) einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln!

      Hochwallner: „Wir werden daher erstmals eine Traktor Proteststernfahrt aus vielen Teilen Österreichs zum Parlament nach Wien durchführen. Konkret am 16. Jänner 2025. Wir machen und tun dies nicht, weil uns fad ist oder weil wir eine persönliche Aufmerksamkeit suchen! Wir tun dies, weil es um die Bauern geht!“

      Jeder ist herzlich eingeladen, mit seinem Traktor, als Besucher oder Teilnehmer zum Parlament zu kommen. Aus derzeitiger Sicht werden wir gegen 11:00 Uhr vor dem Parlament eine Kundgebung abhalten. Dazu ist ein Pressegespräch beim Parlament geplant!

      „Wir haben den Eindruck, man will die Bauern in den Alpenregionen nicht mehr! Das und vieles mehr wollen wir nun mit anderen Stilmitteln den Bürgern sowie jenen, die den Bauern die Suppe derart versalzen, bewusst machen.“

      Von Seiten der Agrargemeinschaft Österreich (AGÖ) können die Organisatoren aber keine Unterstützung erwarten. Zwar haben gerade erst gestern Gespräche zwischen UBV und AGÖ stattgefunden . von Torsten Altmann

      So wie in Kärnten- Jagd auf den Wolf: Oberösterreich erlaubt weitere Entnahme

      Bereits Anfang Dezember 2024 und zuletzt am 1. Jänner 2025 wurde ein Wolf wiederholt in unmittelbarer Nähe eines bewohnten Gebäudes in der Gemeinde Schönau im Mühlkreis während der Aktivitätszeit des Menschen angetroffen und zum wiederholten Male vergrämt. Die Vorfälle ereigneten sich in geringer Entfernung zu Wohngebäuden. Das gezeigte Wolfs-Verhalten ist laut Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger als gefährlich einzustufen, insbesondere wegen der Annährung auf geringe Distanz.

      Aufgrund der Regelungen der oberösterreichischen Wolfsmanagementverordnung ist von einem Risikowolf auszugehen. Er darf nunmehr innerhalb von vier Wochen, also bis einschließlich Mittwoch, 29. Jänner 2025, entnommen werden. Die verantwortlichen Jagdausübungsberechtigten, die Bezirksjägermeister, die Gemeinden und die Bezirkshauptmannschaften werden informiert, teilt die Landesregierung mit.

      Laut Langer-Weninger gehören in dieser Region Wölfe zwar schon fast zur Tagesordnung. Laufend werden gerissene Tiere gefunden und Sichtungen im Dorfgebiet oder bei Höfen gemeldet. „Die Sensibilität und das Sicherheitsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger ist dementsprechend hoch“, so die Agrar-Landesrätin. Ihr sei es daher wichtig bei Wölfen, die ein gefährliches Verhalten zeigen, rasch einzuschreiten und entsprechende Maßnahmen zu setzen.